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Die Druckindustrie ist Vorbild

Die Druckindustrie war ähnlich wie die Musik­industrie und die Verlags­wirtschaft eine der Branchen, die früh von der Digitali­sierung erfasst wurden. Und sie hat sich dieser Heraus­forderung – von der längst kein Wirtschafts­zweig mehr verschont wird – erfolgreich gestellt. Die Prognose, wonach Druck­erzeugnisse durch die Digitali­sierung komplett verdrängt würden, hat sich als grundfalsch heraus­gestellt.

Zwar sinken die Auflagen vieler gedruckter Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, aber eine Vielzahl neuer Magazine zeugt davon, dass Print sich mit seinen Qualitäten – Glaub­würdigkeit und Beständig­keit – behaupten kann. Daher bleiben Print­erzeugnisse mit einem Anteil von rund 42 Prozent an den deutschland­weiten Netto­werbe­einnahmen nach wie vor die bedeutendsten Werbe­medien­träger. Und dies trotz wachsender Budgets für Online­werbung.

Zahllos sind überdies die Beispiele für eine erfolgreiche Koexistenz von Print und Online. Online­händler entdecken die unvergleichliche Qualität von Katalogen. Zugleich dürfte der wachsende Online­handel bedeutende Produktions­anreize für den Verpackungs­druck ausgelöst haben. Zudem ermöglichen digitale Druck­verfahren personalisierte und individualisierte Produkte verschiedenster Art. Online­druckereien positionieren sich mit großem Erfolg im Netz und sind seit Jahren Vorreiter einer weitgehend vernetzten Produktion im Sinne der „Industrie 4.0“. Dazu verwandeln sich immer mehr Druck­betriebe – ob Offset, Siebdruck, Flexo- oder Tiefdruck – in komplexe Dienst­leistungs­unternehmen, die die Kommunikation ihrer Kunden mit pass­genauen Lösungen unterstützen.

Natürlich bleibt der fortschreitende Struktur­wandel nicht ohne Folgen. Die Zahl der Druck­unter­nehmen sinkt, die Zahl der Beschäftigten ebenso. Das angespannte Markt­umfeld setzt die Branche einem enormen Wettbewerbs­druck aus, der sich unter anderem in Form sinkender Erzeuger­preise für Druckerei­leistungen sowie einer gegenüber dem Verarbeitenden Gewerbe größeren Anzahl von Insolvenz­fällen zeigt. Zugleich bewegt sich der Branchen­umsatz seit 2009 zwischen 21,6 und 19,6 Milliarden Euro.

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