Mit einem Außenhandelsumsatz von 252,8 Milliarden Euro (Summe der Exporte und Importe) waren die Vereinigten Staaten im Jahr 2024 erstmals seit dem Jahr 2015 wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Exporthemmnisse wie Zölle treffen daher insbesondere die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft empfindlich. Das Ende Juli erzielte Handelsabkommen zwischen der EU und den USA wurde am 21. August 2025 durch eine gemeinsame Erklärung formalisiert. Die USA wenden auf Waren mit Ursprung in der EU entweder den Meistbegünstigungszollsatz (MFN) an (den höheren der beiden folgenden Zollsätze) oder einen Zollsatz von 15 Prozent. Für die Druckindustrie bedeutet dies, dass bei Exporten in die USA generell ein Zollsatz von 15 Prozent auf die exportierten Waren erhoben wird. Die Ausnahmeliste, die bestimmte Druckerzeugnisse umfasst, gilt weiterhin. Zu den Druckerzeugnissen, die nicht den US-Zöllen unterliegen, gehören: Übungshefte, Bücher, Zeitungen, Malbücher, Notendrucke, Karten, Pläne, Werbematerialien und Kataloge. Zu den nicht als Ausnahmen aufgeführten Druckerzeugnissen gehören: Briefmarken, Banknoten, Abziehbilder, Spielkarten und Kalender. Eine genaue Übersicht finden Sie unter: https://public-inspection.federalregister.gov/2025-06063.pdf (siehe Seite 42 des Dokuments, Nrn. 48202000 bis 49119980). Direkte Auswirkungen der US-Zölle für die deutsche Druckbranche Die Exporte der deutschen Druck- und Medienwirtschaft lagen 2024 bei ca. 3,7 Mrd. Euro. Davon wird ein überwiegender Anteil auf dem europäischen Binnenmarkt abgesetzt. Lediglich rund 4,9 Prozent aller exportierten Druckerzeugnisse gingen in die USA. Für 2024 entsprach dies einem Wert von rund 181 Mio. Euro. Zwar werden die Zölle nicht von den Exporteuren bezahlt, führen jedoch je nach Elastizität der Nachfrage im Zielland zu einer Beeinträchtigung der Absatzzahlen. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Exporte von Druckprodukten in die USA und mögliche Zollbeträge basierend auf dem Abkommen. Für Bücher und Broschüren sowie Werbedrucke und Kataloge werden keine Zölle erhoben. Das bedeutet, dass über 50 Prozent der Exporte in die USA zollfrei bleiben. Insgesamt ergibt sich eine Zollbelastung von ca. 11,8 Mio. Euro. Es ist davon auszugehen, dass die Verwerfungen innerhalb der Druck- und Medienbranche durch die US-Zölle daher gering bleiben werden.