Branchenbeitrag zur Kreislaufwirtschaft

Die Druck- und Medienbranche leistet seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Sie setzt sich für eine sortenreine Sammlung, Rückführung und hochwertige Verwertung von Altpapier ein, sodass daraus qualitativ hochwertiges Recyclingpapier entsteht. Auch bei anderen Materialien wie z. B. Druckplatten und Verpackungen wird – wo immer möglich – auf recyclingfähige und ressourcenschonende Lösungen gesetzt. Der verstärkte Einsatz von Recyclingpapier und recyclingfreundlichen Materialien schont wertvolle Ressourcen und unterstützt geschlossene Stoffkreisläufe.

Gemeinsam mit den Partnern entlang der Wertschöpfungskette arbeitet der BVDM daran, die Kreislaufwirtschaft im grafischen Bereich weiter zu stärken und nachhaltige Lösungen voranzutreiben. Ziel ist es, ökologische Verantwortung, technische Innovation und wirtschaftliche Machbarkeit dauerhaft miteinander zu verbinden.

Bereits in den 1990er‑Jahren wurde mit der Gründung der AGRAPA und dem darin verankerten deutsche Altpapierrat ein wichtiger Grundstein gelegt. Dieses Gremium unterstützt systematisch eine effiziente und hochwertige Kreislaufführung von Papierfasern im grafischen Segment. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Sicherung hoher Altpapier‑Rücklauf‑ und Recyclingquoten sowie die Förderung mineralölfreier Druckfarben im Zeitungsdruck, die die Qualität des Recyclingprozesses verbessern.

Die AGRAPA: Vorbildliches Papierrecycling in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Graphische Papiere (AGRAPA), auch Altpapierrat genannt, vereint Verbänden entlang der gesamten grafischen Papierkette – von Papierherstellern und -händlern über Druckereien bis hin zu Verlagen und dem Versandhandel. Ihr Ziel ist es, den Altpapierkreislauf zu stärken, hohe Recyclingquoten für grafische Papiere sicherzustellen und die Kreislaufwirtschaft in Deutschland kontinuierlich weiterzuentwickeln. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 erfüllt die AGRAPA diese Aufgabe im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung gegenüber dem Bundesumweltministerium. Heute werden deutlich mehr als 88 Prozent der grafischen Papiere verwertet.

Der BVDM ist eines der Trägermitglieder der AGRAPA und vertritt die Interessen der Druck- und Medienbranche im deutschen Altpapierrat. ER engagiert sich insbesondere für nachhaltige Produktionsverfahren, die Weiterentwicklung des Papierrecyclings sowie die Einführung mineralölfreier Zeitungsdruckfarben zur Aufrechterhaltung eines qualitativ hochwertigen Recyclings. Zudem übernimmt der BVDM eine zentrale Rolle bei der Dokumentation der vereinbarten Ziele zur Mineralölreduktion im Zeitungsdruck gegenüber Politik und Behörden.

Der AGRAPA gehören folgende Verbände an:

1994 hatten sich Papierhersteller, -händler sowie Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Drucker und Versandhandel gegenüber der Bundesregierung verpflichtet, zunächst 53 Prozent der in Deutschland verbrauchten Druckpapiere zu recyceln. Dank dieser Aktivitäten ist Deutschland heute weltweit führend beim Papier-Recycling und konnte dauerhaft auf über 80 % gesteigert werden.

Die Mitglieder der AGRAPA haben sich im Rahmen ihrer Initiative über zweieinhalb Jahrzehnte nicht nur für vorbildliche Sammelsysteme eingesetzt, sondern sowohl in der Altpapieraufbereitung wie im Druck die technischen Voraussetzungen für die Herstellung und Verwendung von graphischen Papieren auf Altpapierbasis geschaffen. Heute werden in Deutschland allein im Bereich graphischer Papiere rund 8 Millionen Tonnen wiederverwertet.

Warum ein funktionierender Altpapier-Kreislauf von großer Bedeutung ist, erklärt die AGRAPA in einem Video.

Erweiterung der AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung im Jahr 2023

Im April 2023 wurde eine Erweiterung der AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet und damit die Verpflichtung eingegangen, sich freiwillig für einen schrittweisen Umstieg auf mineralölfreie Zeitungsdruckfarben einzusetzen. Der genaue Wortlaut der Fortführung der AGRAPA-Selbstverpflichtungserklärung kann hier heruntergeladen werden.

„Die Verleger und die Druckindustrie unterstützen den Einsatz von schadstofffreien Druckfarben […] Für diesen Zweck verpflichten sie sich, […] mineralölfreie Zeitungsdruckfarben zu empfehlen, […] sofern verfügbar, technisch und wirtschaftlich anwendbar.“

Ausschnitt aus der AGRAPA Selbstverpflichtungserklärung vom 17. April 2023

Runder Tisch zum mineralölfreien Zeitungsdruck

In regelmäßigen Abständen trifft sich die Branche und diskutiert die technischen und wirtschaftlichen Aspekte bei der Umsetzung der vereinbarten Zielstellungen innerhalb der Selbstverpflichtung.

Die Umstellung auf die mineralölfreien Zeitungsdruckfarben erfolgt in zwei Schritten. Der Anteil an Mineralöl, der durch Zeitungsdruckfarben unerwünscht in den Altpapierkreislauf gelangt, wird der Verpflichtung nach bis zum 31.12.2025 gegenüber dem Referenzjahr 2020 um 50 Prozent reduziert. Sofern technisch machbar, soll die Umstellung auf mineralölfreie Druckfarben bis zum 31.12.2028 vollständig erfolgt sein.

Am 1. Juni 2026 fand der digitale „Runde Tisch“ zum mineralölfreien Zeitungsdruck statt, zu dem der BVDM gemeinsam mit den Verlegerverbänden BDZV und dem BVDA eingeladen hatte. Ziel des Treffens von mehr als 40 Vertreterinnen und Vertretern von Zeitungsdruckereien und ‑verlagen war es, den aktuellen Stand der Umsetzung der AGRAPA-Selbstverpflichtung festzustellen und zu diskutieren.

Meldungen

Ansprechpartner

Portraitbild von  Julia Rohmann
Julia Rohmann
Referentin Umweltschutz/Arbeitssicherheit
Portraitbild von  Harry Belz
Harry Belz
Referent Technik + Innovation