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bvdm erarbeitet neue Richtlinie zur Beurteilung von Drucksystemen

Was müssen Druckmaschinen leisten – und wie stellt man sicher, dass neu installierte Systeme die festgelegten Spezifikationen tatsächlich einhalten? Der bvdm erarbeitet derzeit gemeinsam mit seinen Partnern zwei Richtlinien, die Käufern und Anbietern helfen, sich vor dem Maschinenkauf auf ein Pflichtenheft zu verständigen und nach der Installation eine fundierte Abnahmeprüfung durchzuführen: Die seit Jahren bewährten Abnahme­richtlinien für Bogen­offset­druck­maschinen werden auf den neuesten Stand gebracht. Und erstmals wird in Kürze eine Prüfrichtlinie für elektrof­otografische Bogen­digitaldruck­systeme zur Verfügung stehen.

Bogenoffsetdruck: Berücksichtigung neuer Druckmaschinenkonzepte

Die Richtlinie zur technischen Abnahme von Bogen­offsetdruck­maschinen gilt künftig auch für neuere Druck­maschinen­konzepte, beispielsweise „lange“ Druckmaschinen mit vor- und zwischen­geschalteten Lackier- und Trocknungs­einheiten. Neue Prüfkriterien werden für den Passer und das Tonwert­übertragungs­verhalten entwickelt. Andere Prüfungen werden modifiziert, um aussage­kräftigere Messergebnisse zu erhalten und den Prüfablauf effizienter zu gestalten. Das schließt auch eine Überarbeitung der Testformen ein. Sämtliche Vorgabewerte werden überprüft und ggf. dem Stand der Technik entsprechend neu festgelegt.

Die Richtlinie erarbeitet der bvdm gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Sächsischen Institut für die Druckindustrie (SID). Sie soll bis zum Jahresende 2017 vorliegen. Die technische Abnahme von Lackierwerken an Bogen­offsetdruck­maschinen wurde bereits in einer separaten Richtlinie geregelt, die seit Dezember 2016 im bvdm-Shop (https://www.bvdm-online.de/shop/) erhältlich ist.

Digitaldruck: Erstmals objektive Kriterien für die Systemprüfung

Digitaldrucksysteme unterscheiden sich im Hinblick auf Druckqualität, Leistung und Preis deutlich stärker voneinander als Bogen­offsetdruck­maschinen. Konsequenterweise wird die neue Prüfrichtlinie für elektrofotografische Digitaldruck­systeme keine Vorgabewerte ausweisen. Dennoch ermöglicht die Richtlinie eine Einordnung der Systeme: Zu jedem einzelnen Prüfparameter beschreibt sie die Bandbreite des Marktangebots und nennt zum Vergleich typische Werte des Offsetdrucks. Das erleichtert es den Vertragspartnern, individuelle Grenzwerte zu vereinbaren. Nach der Inbetrieb­nahme eines Drucksystems lässt sich dann objektiv prüfen, ob es den festgelegten Anforderungen tatsächlich entspricht. Hierzu stellt die Richtlinie Vorgaben für Gestaltung, Druck und Auswertung von Testformen bereit.

Prüfvorschriften gibt es zur Farbgenauigkeit beim 4c- und Sonderfarben­druck sowie zur Gleichmäßigkeit (über den Druckbogen), Konstanz (über die Auflage) und Reproduzierbarkeit (über einen längeren Zeitraum) der Farbwiedergabe. Außerdem regelt die Richtlinie die Prüfung verschiedener Bildqualitäts­parameter (u. a. Auflösung und Homogenität), der Tonwert­übertragung und der Passer-/Register­eigenschaften von Digital­drucksystemen.

Die Prüfrichtlinie wird gemeinsam von bvdm und Fogra herausgegeben. Die Veröffentlichung ist noch im Sommer 2017 geplant.

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