Ausbildungsverträge in der Druck- und Medienindustrie 2025/2026: Weniger Mediengestalter, Anstieg bei den Medientechnologen Druck
Die Anzahl der Ausbildungsneuverträge ist bei den Mediengestaltern Digital und Print weiter stark rückläufig. Bei den Medientechnologen Druck und den Medientechnologen Siebdruck ist erfreulicherweise ein Anstieg zu verzeichnen, während im Bereich der Druckverarbeitung der weitere Rückgang nicht gestoppt werden konnte.

Die Anzahl der Ausbildungsneuverträge bei den Druck- und Medienberufen sinkt weiter und hat sich seit 2014 halbiert. Waren es damals noch 4.985 Neuverträge, so wurden 2025 nur noch 2.463 gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich über alle sechs Berufe ein Rückgang um 10,6 Prozent. Dies ist nur teilweise mit der um 4,7 Prozent gesunkenen Anzahl von Betrieben der Druckbranche zu erklären.
Bei der Betrachtung der einzelnen Ausbildungsberufe zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Weiterhin hat der Mediengestalter Digital und Print mit 64,5 Prozent den größten Anteil bei den Neuverträgen, allerdings gibt es hier auch den höchsten Rückgang von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Summe sind es fast 300 Berufsanfänger weniger. Dabei ist dies nicht mit einem mangelnden Interesse der Jugendlichen zu erklären, da der Mediengestalter weiterhin zu den beliebtesten Ausbildungsberufen zählt und die Anzahl der Bewerber die Anzahl der Ausbildungsplatzangebote bei weitem übersteigt. Vielmehr führen verstärkte Automatisierung und der Einsatz von KI für Bildbearbeitungs- und Gestaltungsaufgaben zu weniger Bedarf an Auszubildenden. Zusätzlich dürfte auch die schwierige wirtschaftliche Situation insbesondere bei Medienagenturen und Marketingabteilungen zu einer sinkenden Ausbildungsbereitschaft führen. Die Reduzierung von Ausbildungsplatzangeboten findet daher verstärkt außerhalb der Druckbranche statt.
Umso erfreulicher, dass wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Bereich der Drucktechnik gewonnen werden konnten. Bei den Medientechnologen Druck gab es einen Anstieg um 5,4 Prozent auf 468 Neuverträge, beim Siebdruck stieg die Zahl von 58 auf 65 Berufsanfänger. Im Bereich der Druckverarbeitung hat sich zwar der prozentuale Rückgang abgeschwächt, aber es konnten nur 342 Stellen besetzt werden (-7,6 Prozent). Hier waren es in Summe bei den Medientechnologen Druckverarbeitung 112 Neuverträge (-10), beim Buchbinder wurden 23 Ausbildungsstellen (-6) besetzt und bei den Packmitteltechnologen waren es 207 (-12). Trotz des leichten Aufschwungs im Bereich der Drucktechnik bleibt es bei den Produktionsberufen weiterhin schwierig, geeignete Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen. Daher legen die Maßnahmen der Verbände Druck und Medien zur Bekanntmachung der Berufe über Social Media ihren Fokus auf die Medientechnologen-Berufe. Dabei wird ein entscheidender Vorteil betont: Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt die physische Produktion ein unverzichtbarer Bestandteil – denn weder Druck noch Weiterverarbeitung lassen sich vollständig durch KI ersetzen. Gleichzeitig macht die zunehmende KI-Unterstützung die Berufe zukunftssicher und somit attraktiver.
Die nachfolgende Übersicht und die Grafiken zeigen einen Ausschnitt aus der Statistik „Berufsausbildung und Fortbildung Druck und Medien 2025/2026“ des Zentral-Fachausschusses Berufsbildung Druck und Medien (ZFA), Kassel. Diese steht kostenfrei zum Download bereit unter https://www.bvdm-online.de/bvdm/branchenportal/druckindustrie/auszubildende.
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