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Tarifverhandlungen 2018

Seit dem 17. September 2018 führen der Bundesverband Druck und Medien und die Gewerkschaft ver.di Tarifverhandlungen über ein neues Lohnabkommen für die gewerblichen Arbeitnehmer der Druckindustrie.

Nach inzwischen vier Verhandlungsrunden sind die Arbeitgeber der Gewerkschaft weit entgegengekommen, aber ver.di blockiert eine Einigung und hat zuletzt keinen konstruktiven Vorschlag mehr vorgelegt.

Ebenfalls verhandelt werden muss der Manteltarifvertrag (MTV) der Druckindustrie, der einer Modernisierung und Anpassung an die Branchen­realität bedarf. Die Arbeitgeber haben den MTV mit Wirkung zum 30. September 2018 gekündigt. Seine Regelungen gelten aber für bestehende Arbeitsverhältnisse weiter. ver.di entzieht sich einem konstruktiven Dialog zur Zukunft des MTV.

Das Angebot der Arbeitgeber | Warum unser Angebot an die Grenze des Möglichen geht | Warum haben wir den MTV gekündigt? | Der MTV wirkt nach - was heißt das? | ver.dis Behauptungen im Faktencheck

Das hat ver.di abgelehnt

In der vierten Verhandlungsrunde am 30. Oktober haben die Arbeitgeber das folgende Angebot zur Erhöhung der Ecklöhne für die nächsten 30 Monate vorgelegt:

  • 200 € im November 2018
  • 2,4 % Lohnerhöhung zum 1. April 2019
  • 1,4 % Lohnerhöhung zum 1. April 2020
  • 200 € im Februar 2021

Das sind in der Summe rund 3,8 % und 400 € extra. ver.di hat also eine Lohnsteigerung ausgeschlagen, die über die erwartete Preisentwicklung hinausgeht, die das Lohnniveau der Branche sichern und die Attraktivität der Arbeitsplätze unserer Branche steigern würde. 

Dieses Angebot haben die Arbeitgeber mit der Forderung nach einem verbindlichen Fahrplan zur Reform des Manteltarifvertrages verknüpft:

Der bvdm bot an, den MTV für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft zu setzen und über eine Neufassung des gesamten Tarifvertrags für neue Arbeitsverhältnisse zu verhandeln. Öffnungsklauseln für freiwillige Betriebsvereinbarungen zur Beschäftigungssicherung und zum altersgerechten Arbeiten wären im Interesse der Arbeitnehmer, wurden aber ebenfalls von ver.di abgelehnt.

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Die wirtschaftliche Lage

Warum unser Angebot an die Grenze des Möglichen geht

Unsere Branche sieht sich nach wie vor großen Herausforderungen gegenüber: Schmerzhaft gestiegene Preise für Papier stellen eine Belastung dar, die unsere Unternehmen im harten Konkurrenzkampf nicht einfach an ihre Kunden weitergeben können. Die sinkende Arbeitsproduktivität verkleinert zusätzlich den Spielraum der Betriebe für Lohnerhöhungen. Auch die Zahl der Insolvenzen ist Ausdruck der schwierigen Lage unserer Branche: Die Zahl der Betriebe und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit 2000 um rund 40 % zurückgegangen.

Tarifverhandlungen für unsere Branche müssen sich aber an unserer Branche orientieren. Und Forderungen nach mehr Lohn müssen diese Tatsachen berücksichtigen. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Das Angebot der Arbeitgeber geht dabei an die Grenze dessen, was möglich ist.

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Darum haben die Arbeitgeber den MTV gekündigt

Der Manteltarifvertrag hat mit den Veränderungen der Branche nicht Schritt gehalten. Er enthält Regelungen, die von vielen Unternehmen schon lange als zu starr und angesichts der veränderten technologischen und wirtschaftlichen Realitäten der Branche als nicht mehr zeitgemäß angesehen werden: Veraltete Maschinenbesetzungs­vorschriften, unflexible Arbeitszeiten sowie Zuschläge weit über den steuerlichen Freibeträgen schrecken mehr und mehr Unternehmen von einer Tarifanwendung ab.

Die Arbeitgeber wollen die Erosion des Flächentarifvertrages stoppen und das Tarifwerk der Druckindustrie für die Zukunft fit machen. Darüber hat der bvdm in mehr als zehn Runden Reformgespräche mit ver.di geführt. Die Gewerkschaft zeigte sich aber nicht einmal im Ansatz kompromissfähig. daher haben die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag gekündigt.

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Der MTV wirkt nach

Der bvdm hat den Manteltarifvertrag zwar zum 30. September 2018 gekündigt. Für bestehende Arbeitsverhältnisse, egal ob ver.di-Mitglied oder nicht, ändert sich dadurch aber erstmal gar nichts. Die Regelungen des MTV gelten weiter, der Tarifvertrag wirkt nach. Es macht dabei keinen Unterschied, ob der MTV auf Grund einer ver.di-Mitgliedschaft oder Vereinbarung im Arbeitsvertrag gilt. Auch Betriebsvereinbarungen oder etwaige Haustarifverträge gelten nach wie vor. Alles bleibt beim Alten, so lange nichts anderes vereinbart wird.

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ver.dis Behauptungen im Faktencheck

Die Gewerkschaft ver.di hat das Lohnabkommen aus dem Jahr 2016 zum 31. August 2018 gekündigt und fordert eine Lohnerhöhung von 5 %. In mittlerweile vier Verhandlungsrunden hat es bisher keine Einigung gegeben. Die Arbeitgeber haben am 30. Oktober 2018 ver.di ein umfassendes Kompromisspaket vorgelegt, das neben einem fairen Lohnabschluss auch die Zusage enthielt, den Manteltarifvertrag für bestehende Arbeitsverhältnisse wieder in Kraft zu setzen. Die Gewerkschaft verbreitet zu diesem Angebot der Arbeitgeber gezielt Falschinformationen, um Sorge vor dem Verlust tariflicher Ansprüche zu wecken, Streiks anzuzetteln und so Mitglieder zu gewinnen.

Klicken Sie hier, um zu unserem Online-Faktencheck zu gelangen. Als PDF kann der Faktencheck hier heruntergeladen werden.

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