Das aktuelle Konjunkturtelegramm

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BVDM-Konjunkturtelegramm September 2026

September 2026: Nach einer kurzen Erholung verschlechtert sich das Geschäftsklima in der Druckindustrie

Der Geschäftsklimaindex der deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich im September 2026 verschlechtert. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte saisonbereinigte Geschäftsklimaindex wies gegenüber dem Vormonat einen Rückgang von 5,7 Prozent auf. Mit 91,9 Punkten lag der Index dennoch 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Geschäftslage gab leicht nach, während sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate signifikant verschlechterten.

Im September 2026 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas schlechter im Vergleich zum Vormonat. Die Einschätzungen für die nächsten sechs Monate fallen deutlich pessimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt. 

Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex sank im September 2026 gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent auf 88,2 Punkte, lag jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat 3,2 Prozent höher. Von den befragten Unternehmen bewerteten 3 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 75 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Der saisonbereinigte Saldo verringerte sich auf −18 Prozentpunkte.

Auch der Auftragsbestand wurde im September ungünstiger beurteilt: 4 Prozent der befragten Unternehmen stuften ihn als gut, 59 Prozent als befriedigend und 37 Prozent als schlecht ein. Die Ertragslage, gemessen am Betriebsergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit, wurde dagegen etwas besser bewertet als im Vorjahresmonat. 3 Prozent der Unternehmen bewerteten ihre Ertragslage derzeit als gut, 57 Prozent als befriedigend und 40 Prozent als schlecht. Der daraus resultierende Saldo liegt mit -37 Punkten immer noch im negativen Bereich, auch wenn er besser ist als der Saldo des Vorjahresmonats (-51 Prozentpunkte). Somit bleiben die Geschäfts-, Auftrags-, und Ertragslage weiterhin angespannt.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen der Druck- und Medienindustrie für die kommenden sechs Monate konnten im September 2026 nicht an das Ergebnis des Vormonats anknüpfen und fallen wieder pessimistischer aus. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen fiel gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent auf 95,7 Punkte. Damit liegt der Wert aber immer noch 3,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. 8 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 22 Prozent rechnen mit einer Eintrübung. 70 Prozent der Befragten gehen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten aus. Der daraus resultierende saisonbereinigte Saldo verschlechterte sich auf -15 Prozentpunkte. 

Konjunkturtelegramm als Stimmungsbild

Das BVDM-Konjunkturtelegramm beschreibt die monatliche Entwicklung der deutschen Druckindustrie anhand von zwei Stimmungsindikatoren, nämlich der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftslage in sechs Monaten. Außerdem wird auf die Entwicklung des Geschäftsklimas eingegangen, das anhand der beiden erstgenannten Indikatoren berechnet wird.

Der BVDM erhält die Zahlen vom renommierten ifo Institut, welches sie im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft erhebt. Antworten der Druck- und Medienunternehmen fließen somit nicht nur direkt in das Konjunkturtelegramm des bvdm ein, sondern auch in den der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex.

Wie alle Stimmungsindikatoren basiert auch das Konjunkturtelegramm des bvdm auf subjektiven Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Das heißt, ihm liegen gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Die Lage-Beurteilungen und Lage-Erwartungen werden aber aufgrund realer Entwicklungen in den Druck- und Medienunternehmen gebildet. Sie erlauben daher wichtige Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Branche und sind ein bewährter Frühindikator für ihre nähere Zukunft.

Aussagekraft des Konjunkturtelegramms

Die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms belegt nicht zuletzt der Vergleich des Geschäftsklimas mit der dann eingetretenen tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche.

Berechnungen des bvdm zeigen, dass die Jahresveränderungsraten des Geschäftsklimaindexes eine hohe und dazu statistisch signifikante Korrelation mit dem amtlichen Produktions- sowie dem Umsatzindex aufweisen. Für den Zeitraum von Januar 1992 bis September 2017 betrug der maximale Korrelationskoeffizient in beiden Vergleichen 0,56. Dabei kam dieser Zusammenhang mit einem um sechs Monate verzögerten Produktionsindex sowie mit einem um 10 Monate verzögerten Umsatzindex zustande – beides Indizien für eine Vorlaufeigenschaft des Geschäftsklimaindexes, die bei Prognosen sehr hilfreich ist.

Zwar führt eine Korrelation nicht zwingend zu einem kausalen Zusammenhang. Mittels einfacher ökonometrischer Modelle lässt sich jedoch nachweisen, dass das Geschäftsklima auch kausal sowohl mit dem Produktions- als auch mit dem Umsatzindex zusammenhängt und somit zur Erklärung des Verlaufs dieser sogenannten harten amtlichen Konjunkturindikatoren beitragen kann.

Machen Sie das Konjunkturtelegramm noch aussagekräftiger!

Je mehr Druckunternehmen an der Umfrage des ifo Instituts teilnehmen, desto höher ist die Aussagekraft des Konjunkturtelegramms. Teilnehmende Unternehmen erhalten zudem einen zeitnahen Maßstab zur Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage im Vergleich zur Branche.

Nehmen also auch Sie an der monatlichen (Online-)Befragung des ifo Instituts teil. Nutzen Sie hierfür die Informationen unter https://www.ifo.de/umfrageteilnahme .

Durch Ihre Einschätzung der spezifischen wirtschaftlichen Situation Ihres Unternehmens helfen Sie der gesamten Druck- und Medienbranche, indem Sie die Aussagekraft dieses wichtigen Vergleichsmaßstabs verbessern.

Ansprechpartner

Portraitbild von Dr. Tobias Zander
Dr. Tobias Zander
Referent Wirtschaftspolitik