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Neuer Blauer Engel – kein Segen für alle

Erfolgreich im Markt agieren und gleichzeitig den Umweltschutz verbessern – in diesem Spannungsfeld bewegen sich viele Druckereien. Immer mehr Kunden legen Wert auf eine Zertifizierung, setzen die Druckereien preislich aber unter Druck. Daher ist die Wahl einer geeigneten Zertifizierung für Druckereien eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

Die Umsetzung des Kriterienkatalogs stellt besonders für kleine und mittlere Druckereien eine unüberwindbare Hürde dar.


2016 wird der Markt für ökologische Gütesiegel um den rundum erneuerten Blauen Engel für Druckerzeugnisse erweitert. Doch wirft die Konzeption des wohl bekanntesten deutschen Umweltsiegels im Bereich Druckprodukte Fragen nach den Zielen auf. Zum einen stellt eine Zertifizierung eine Auszeichnung von Produktionsmethoden und Produktqualität dar. Zum anderen bietet sie Ansporn, durch technologische und prozessliche Verbesserungen eine Entlastung für die Umwelt zu erzielen. Sind die Kriterien für die Erlangung eines Siegels jedoch zu umfänglich und zu schwer zu befolgen, ist der ökologische Nutzen in der Gesamtheit gering. Die Auszeichnung wird hingegen exklusiver.

Diese Ungleichheit ist auch bei der aktuellen Konzeption des neuen Blauen Engels zu befürchten. Die Umsetzung des Kriterienkatalogs stellt besonders für kleine und mittlere Druckereien eine unüberwindbare Hürde dar, was dazu führt, dass nur wenige große Unternehmen sich das Siegel leisten werden. Personalaufwand, Umstellungen in der Produktion und Kosten schließen viele Marktteilnehmer aus. Profitieren dürften vor allem größere Unternehmen, die sowohl finanziell als auch personell in der Lage sind, den Anforderungen des Blauen Engels nachzukommen. Pikant hierbei: Gerade bei öffentlichen Ausschreibungen ist dieses Umweltsiegel ein Vergabekriterium.

Was als ambitioniertes Projekt für mehr Umweltschutz gedacht war, konnte sich also als wenig hilfreich herausstellen, bei dem hohen bürokratischen und finanziellen Aufwand.

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