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Papierknappheit lösen statt künstlich erhalten

Berlin, 08.07.2022. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) wendet sich gegen eine Verlängerung der seit 2017 bestehenden Einfuhrzölle der EU-Kommission für leichtgewichtige gestrichene Papiere aus China. Angesichts der aktuellen Papierknappheit würde sich durch eine Fortführung der Antidumping- und Antisubventionszölle auf chinesische Importe in die Europäische Union die Lage für die Druckproduktion nicht entspannen.

Auf Antrag von fünf europäischen Papierherstellern überprüft die EU-Kommission die seit 2017 geltenden Einfuhrzölle auf den Import von gestrichenen Feinpapieren aus China, die eigentlich jetzt ausgelaufen wären. Schon 2017 hatte sich der bvdm gegen diese Maßnahmen gewehrt und dafür plädiert, keine Einfuhrzölle zu erheben. Seitdem hat sich die Lage auf dem Papiermarkt verschärft. Auf der Produktionsseite in der Druck- und Medienbranche herrschen seit Mitte 2021 eine bislang unbekannte Papierknappheit, sowie unvorhersehbare Preisentwicklungen mit unverbindlichen Lieferterminen und langen Lieferzeiten. In einer vom bvdm durchgeführten Kurzumfrage gaben 80 Prozent der Druck- und Medienunternehmen im Februar an, deutlich von der Situation auf den Papiermärkten beeinträchtigt zu sein, 21 Prozent bewerten die aktuelle Lage sogar als existenzgefährdend. 72 Prozent haben aufgrund des Papiermangels im Jahr 2022 Aufträge nicht annehmen können oder verloren, und 70 Prozent erwarten eine dauerhafte Umsatzreduzierung durch die Abwanderung von Printaufträgen in digitale Alternativen.

„Angesichts der extremen wirtschaftlichen Belastung für die Druckbranche beteiligt sich der bvdm an der Konsultation zum Auslaufen der Antidumping- und Antisubventionszölle. Wir appellieren an die EU-Kommission, die Einfuhrzölle auslaufen zu lassen. Das Argument der Papierhersteller, sich vor Preisdumping schützen zu müssen, ist angesichts der Mangellage hinfällig“, so Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des bvdm. Zu groß sind die Risiken einer anhaltenden Papierknappheit: „Was jetzt zählt, ist die ausreichende Versorgung mit bezahlbarem Papier, um weiterhin die Druckproduktion – und damit auch einen wichtigen Markt der Papierindustrie – aufrecht zu halten.“ (bvdm)

 

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