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Branchenbericht belegt historisches Tief für Druck- und Medienwirtschaft

Berlin, 21.06.2021. Der Branchenbericht des Bundesverband Druck und Medien (bvdm) bestätigt die dramatischen Auswirkungen der Coronapandemie auf die Unternehmen. Für Entwarnungen ist es noch zu früh, zumal Preise für Rohstoffe seit Jahresbeginn stark steigen.

Die Coronakrise verursachte den stärksten Produktionseinbruch der Branche seit dem Jahr 1991. So lag der Produktionsindex im April 2020 rund 26 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Unterbrechungen der Lockdowns im Laufe des Jahres führten zwar zu einer von Nachholeffekten getriebenen Erholungsentwicklung, dennoch blieb die Produktion im Mittel rund 13 Prozent unter dem Wert von 2019. Besonders gelitten hat die wichtige Sparte der Werbedruckerzeugnisse, die rund 37 Prozent der wertmäßigen Produktion aller Drucksachen ausmacht – sie verlor rund 17 Prozent gegenüber 2019. Der Umsatz der Branchenbetriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern fiel im Jahr 2020 ebenfalls um durchschnittlich rund 13 Prozent. Als leichte Stütze in dieser schwierigen Zeit zeigten sich die gesunkenen grafischen Papierpreise. Sie fielen im Mittel um 7,2 Prozent, die Preise für Zeitungsdruckpaper notierten 2020 sogar 10,3 Prozent unter Vorjahresniveau.

Allein der Etikettendruck legte 2020 zu, er stieg um 0,7 Prozent. Dies begründet sich mit der starken Zunahme des Online- und Versandhandels sowie der verstärkten Nachfrage im Bereich Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und einigen anderen Konsumsparten.

Insolvenzwelle blieb 2020 aus

Trotz der enormen Auswirkungen der Krise auf das Produktionsvolumen und die Umsatzentwicklung der Branche ging die Anzahl der eröffneten Insolvenzverfahren um 5,6 Prozent auf 84 Fälle zurück. Aufgrund der frühzeitigen temporären Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, der coronabedingten Zugangserleichterung zum konjunkturellen Kurzarbeitergeld sowie umfassender – wenn auch phasenweise äußerst schleppend fließender – staatlicher Corona-Hilfszahlungen und anderer (steuerlicher) Wirtschaftshilfen, konnte im Jahr 2020 eine Insolvenzwelle in der Druck- und Medienindustrie verhindert werden. Die Gesamtzahl der Insolvenzen erreichte 2020 ein Dreijahrestief. Allerdings haben nahezu alle Unternehmen zur Aufrechterhaltung ihrer Liquidität und damit ihrer Geschäftstätigkeit im Laufe des Jahres 2020 Investitionen gestrichen oder zumindest verschoben.

Erholungsperspektiven auf dünnem Eis

Der Anstieg von Produktion und Umsatz am Ende des ersten bzw. Anfang des zweiten Quartals kann als Beginn einer leichten Erholungsbewegung bewertet werden. Eine Fortsetzung dieses positiven Trends ist jedoch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig und dürfte im weiteren Verlauf dieses Jahres von stark steigenden Papierpreisen, Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten und in Teilen auch vom Fachkräftemangel beeinträchtigt werden. Angesichts der schwierigen Lage der Unternehmen warnt der Wirtschaftsausschuss des bvdm davor, Preissteigerungen kompensieren statt an die Kunden weitergeben zu wollen. (bvdm)

 

 

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