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bvdm initiiert Gründung der CIP4-Arbeitsgruppe „Quality Control“

Um künftig auch qualitätsbezogene Daten im neuen Workflow-Meta­daten-Standard CIP4 XJDF austauschen zu können, lud der bvdm Qualitäts- und Workflow-Experten am 23. April 2018 zum Kick-off-Meeting der CIP4-Arbeits­gruppe nach Berlin ein. Durch die angestrebte XJDF-Erweiterung sollen Kunden und Druck­dienst­leister in die Lage versetzt werden, Qualitäts­anforderungen und ihre Ausführ­barkeit auf hohem Auto­matisierungs­level abzustimmen und auszutauschen.

Nicht nur, wo es um Sonderfarben geht, sondern in allen Bereichen der Druck­produkt­qualität sprechen Kunden und Dienst­leister nicht dieselbe Sprache. Generell werden entsprechende Parameter und Kriterien und erst recht ihre Einbettung in konkrete Aufträge oder Leistungs­profile nicht standardisiert dargestellt und ausgetauscht. Unnötige Missver­­ständnisse und Reklamationen können die Folge sein. Deshalb hatte der bvdm angeregt, die kürzlich von der International Cooperation for the Integration of Processes in Prepress, Press, and Postpress Organization (CIP4.org) publizierte Spezifikation JDF 2.0 (Exchange Job Definition Format, XJDF) um Kenngrößen für die Vorstufen-, Druck- und Weiter­verarbeitungs­qualität zu erweitern. Die Vorgänger-Spezifikation JDF 1.x unterstützt in Jobtickets, Voreinstellungen und Status­meldungen (Job Messaging Format, JMF) den Austausch lediglich quantitativer und metrischer Werte, ohne dass qualitative Sollwerte, Toleranzen und deren Ausführung abgebildet werden. Das soll sich nun ändern.

In Berlin beschlossen die Experten, bis Frühjahr 2019 das Gerüst der „QC ICS“ (Quality Control Inter­operability Conformance Specification) zu erstellen. Diese XJDF-Erweiterung wird zunächst Kriterien und Para­meter für die Bereiche Farb­messung, Densitometrie und unbesehener Farbdaten­austausch (CxF/X), Druckbild­inspektion und PDF-Lektorat, Barcode-Lesbarkeit, Passer und Register, Messbarkeit und Schätzung, Statistik und gewichtete Bewertung sowie Positionierung von Mess­­elementen im Layout erarbeiten. In einer zweiten Phase sollen Abwei­chungen und mechanische Defekte in der Druck­weiter­verarbeitung, Verifizierung variabler Daten, detaillierte Bild­vergleiche, Bahn­führung und Rapport sowie Glanz­messung und Material­eigen­schaften (insbesondere Papier) berücksichtigt werden. Dabei wird der Umfang der zu definieren­den Elemente weitaus größer sein als im ISO-Projekt 20616 „Print Requirements/Quality eXchange“ (PRX/PQX), das im Gegensatz zur XJDF-Umgebung als Insellösung konzipiert ist und damit schon bei seiner ausstehenden Verab­schiedung nicht mehr zeitgemäß sein wird.

Parallel dazu arbeitet seit Januar 2018 eine andere CIP4-Arbeitsgruppe, die „Print Procurement Working Group“, an der Standardisierung der Kunden­schnittstelle im Onlinedruck. „Beide Arbeitsgruppen zusammen verkörpern einen Meilenstein bei der digitalen Trans­formation der Druck­­industrie“, bewertet Dr. Rainer Prosi, Technischer Direktor der CIP4 und Senior Workflow Architect für Heidelberg Prinect in Kiel, das Engagement aller Beteiligten. Die Arbeits­ergebnisse stehen später zur freien Verfü­gung, um in Software-, Maschinen- und Messtechnik-Lösungen bzw. in Websites zur Druck­auftrags­akquise implementiert werden zu können.

Über CIP4
Die International Cooperation for the Integration of Processes in Prepress, Press, and Postpress, kurz „CIP4“, ist ein gemeinnütziger globaler Zusammenschluss von Herstellern, Beratern und Anwendern aus der Druckindustrie, mit dem Ziel, auf Basis allgemein anerkannter Standards, die Prozessautomatisierung voranzubringen. Derzeit sind über 1600 Experten in mehr als 20 Arbeitsgruppen involviert.

 



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