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Druckindustrie unterliegt weiterhin einem Wandel

Aktuelle Zahlen des Bundes­verbandes Druck und Medien (bvdm) zeigen, dass die Druck­branche 2015 einen Umsatz­rückgang von 2 % gegen­über dem Vorjahr verzeich­net hat. Steigende Brutto­werbe­ausgaben in Printmedien geben für das laufende Jahr jedoch Anlass für Optimismus. Dies gab Wolfgang Poppen, Präsident des bvdm auf der Jahres­presse­konferenz des Verbandes bekannt.

Nach Schätzungen des bvdm hat die deutsche Druck­branche im Jahr 2015 einen Umsatz von etwa 20,3 Mrd. Euro erwirt­schaftet. Gegenüber dem vorjährigen Stand von 20,7 Mrd. Euro entspricht dies einem Minus von 2 %.

Die Konjunktur­indikatoren schrieben im ersten Quartal 2016 die Tendenz des Vorjahres fort: Der nominale Umsatz­index für fachliche Betriebs­teile ab 50 Beschäftigten ist um 0,9 % gegenüber dem Vorjahres­quartal zurückgegangen. Der Produktions­index für Betriebe ab 20 Beschäftigten verringerte sich um 0,7 %.

Die Entwicklung einzelner Markt­segmente ist heterogen. So ging der Produktions­wert der Werbe­drucke und Kataloge – mit einem Anteil von ca. 41 % das gewichtigste Segment in der Produktions­struktur – um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch Segmente der klassischen Verlags­erzeugnisse wie Zeit­schriften (-9,4 %), Zeitungen (-4,5 %) und Bücher (-5,6 %) büßten an Wert ein.

Positiv entwickelten sich erneut die Produktions­werte von Katalogen (2,3 %) und bedruckten Etiketten (3,5 %). In den vergangenen sechs Jahren stiegen die Produktions­werte von Katalogen um 6 % an, die der bedruckten Etiketten um mehr als 13 %.

Der Produktions­wert von Abzieh­bildern hat in den letzten sechs Jahren sogar um über 83 % zugenommen. Auch wenn das Abzieh­bild mit einem Produktions­wert von knapp 100 Mio. Euro bislang lediglich knapp 1 % der Summe der Druck­erzeugnisse ausmacht, belegen die Zahlen eine stark steigende und ausbau­fähige Nachfrage. Sie speist sich aus Aktionen des Handels, Merchandising und Produkt-Promotion und ist vielfach auch mit dem Digital­druck verknüpft.

Auf der Ebene der techno­logischen Markt­segmente setzte sich der Trend des Digital­druck­verfahrens fort. 2015 wurden Produkte im Gesamt­wert von 484 Mio. Euro druck­formfrei gedruckt; ein Wachstum von über 80 % gegenüber 2009 (267 Mio. Euro).

Der Offset­druck hält mit einem Anteil von 79 % unverändert die Spitzen­position der Druck­verfahren. Das Tief­druck­verfahren verliert seit Jahren an Bedeutung. Sein Anteil betrug zuletzt 11,8 % (2009: 15,9 %), bei einem Wert von ca. einer Milliarde Euro.

Anlass zum Optimismus hinsichtlich der Konjunktur im gesamten Jahr 2016 liefern die Brutto­werbe­ausgaben in Print­medien, die laut Nielsen im ersten Quartal wertmäßig ein Plus von 2,5 % verzeich­neten. Das entsprechende Werbe­volumen stieg dabei um nahezu 6 % gegenüber dem Vor­jahres­zeit­raum mit den Segmenten Außen­werbung und Fach­zeit­schriften als Haupt­profiteuren. Positive Impulse für die Druck­branche könnten zudem die prognostizierten Umsatz­zahlen des Einzel­handels sowie der generelle Bedeutungs­gewinn der Binnen­wirtschaft für die deutsche Konjunktur auslösen.

Derzeit sind in der Druck- und Medien­wirtschaft 8.584 Druck­betriebe mit 139.146 sozial­versicherungs­pflichtig Beschäftigten tätig. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 2,9 % bei den Betrieben und 2,4 % bei den Beschäftigten.

Die Jahres­presse­konferenz fand im Rahmen des Deutschen Druck- und Medien­tages 2016 in Bonn statt.

Fotos (für größere Version anklicken):

Bettina Knape, Pressesprecherin des Verbandes (bvdm); Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft in der Europäischen Kommission;
Dieter Kleeberg, Referent Technik + Forschung; Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer; Wolfgang Poppen, Präsident; Bettina Knape, Pressesprecherin
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