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bvdm-Branchenumfrage 2021

Viele Unternehmen – insbesondere aus dem Werbedruckbereich – verzeichneten 2020 coronabedingte Umsatz- und Gewinneinbrüche. Auch für das Jahr 2021 erwarten in etwa die Hälfte der teilnehmenden Druck- und Medienunternehmen eine rückläufige Umsatz- und Gewinnentwicklung und planen deshalb auch weiterhin Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen. Zwar rechnen auch nahezu drei von zehn Unternehmen mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg im laufenden Jahr. Allerdings gehen mehr als 80 Prozent der Teilnehmer von einem Anstieg der Druckpapierkosten aus – nahezu 30 Prozent sogar von einem starken.

An der diesjährigen Branchenumfrage nahmen 392 Unternehmen teil, sodass die Teilnehmerzahl sich nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet, gegenüber dem Vorjahr zulegte und somit wie bereits in den Vorjahren erneut für aussagekräftige und belastbare Ergebnisse steht. Die befragten Unternehmen vertreten in der Summe rund 21 % der Beschäftigten der Druck- und Medienwirtschaft und erwirtschafteten 2020 einen kumulierten Umsatz von rund 4,0 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil von etwa 21 % des Branchenumsatzes 2019.

Die diesjährigen Umfrageergebnisse demonstrieren das wirtschaftliche Ausmaß der Coronakrise. So war 2020 ein überwiegender Anteil der Branchenunternehmen von Umsatz- und Gewinneinbrüchen betroffen.

Trotz der umfassenden staatlichen Corona-Wirtschaftshilfen stiegen die Anteile der befragten Unternehmen, die 2020 Umsatz- und Gewinnrückgänge verzeichneten, auf rund 86 % bzw. rund 67 % an. Lediglich 14 % berichteten von konstanten oder gestiegenen Umsätzen. Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern und weniger als 1 Mio. Euro Jahresumsatz waren besonders stark vom Umsatz- und Gewinneinbruch betroffen. So meldeten mehr als 50 % aller Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. Euro und nahezu die Hälfte aller Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern einen Umsatzeinbruch von mehr als 20 % im Jahr 2020.

Dass die Unternehmen trotz der coronabedingt massiven Beeinträchtigung ihrer Geschäftslage 2020 durch die Krise kamen, ist vor allem auf die starke Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes zurückzuführen, dessen Zugangsvoraussetzungen coronabedingt deutlich vereinfacht wurden. So gaben 80 % der Teilnehmer an, im Jahr 2020 von Kurzarbeit Gebrauch gemacht zu haben.

Aufgrund coronabedingt weitreichender Lieferengpässe für Rohstoffe und Vorleistungsgüter sowie stark eingeschränkter internationaler und inländischer Transport- und Logistikkapazitäten rechnen viele Unternehmen für das Jahr 2021 mit deutlichen Kostensteigerungen. So rechnen für das laufende Jahr 83 % der Unternehmen mit Preissteigerungen bei Druckpapieren – nahezu drei von zehn Unternehmen erwarten sogar einen starken Kostenanstieg von mehr als 5 %. Zudem gehen mehr als zwei Drittel der Teilnehmer von Preissteigerungen bei Druckfarben aus. Darüber hinaus erwarten 67 % bzw. 74 % der Unternehmen einen Anstieg der Energiekosten bzw. Transport- und Logistikkosten.

Zwar beabsichtigen Unternehmen aller Beschäftigtengrößenklassen per Saldo im Jahr 2021 wieder vermehrt Investitionen zu tätigen. Dennoch geben die meisten Unternehmen an, das Investitionsniveau des Vorjahres aufrechtzuerhalten – dieses dürfte allerdings coronabedingt niedrig sein. Die per Saldo am häufigsten von Investitionssteigerungen gekennzeichneten Investitionsziele der Unternehmen sind, Investitionen in Hygienemaßnahmen (Saldo: 61 Prozentpunkte), Investitionen in Software (Saldo: 43 Prozentpunkte) und in Prozessinvestition (Saldo: 41 Prozentpunkte).

Geschäftsrisiken und Geschäftschancen: Neben starken Auftragsschwankung bzw. stark schwankenden Produktionsauslastungen (65 %) sowie dem Auftragsmangel (56 %), die von den befragten Unternehmen auch in diesem Jahr als die größten Geschäftsrisiken angesehen werden, sind es vor allem steigende Lieferantenpreise (52 %), die den Druck- und Medienunternehmen – auch jenseits der aktuellen coronabedingten Engpasssituation – Sorgen bereiten.

Nach wie vor betrachten die meisten Unternehmen ergänzende Dienstleistungen rund um das Druckprodukt (51 %) als größte Geschäftschance in den kommenden Jahren. Allerdings unterstreichen – insbesondere aufgrund der digitalisierungs- und coronabedingten nachhaltigen Veränderungen in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen – viele Teilnehmer die Notwendigkeit, verstärkt Kooperationen (42 %) einzugehen, um diesen Herausforderungen der Post-Corona-Zeit adäquat begegnen zu können.

Weitere Informationen zur Branche erhalten Sie unter: www.bvdm-online.de/druckindustrie/wirtschaftliche-lage/branchenbefragung/

Umsatzentwicklung 2020 gegenüber 2019

Quelle: bvdm;
Anmerkung: Rundungsdifferenzen sind möglich; Lesebeispiel (Insgesamt): 20% der Druck- und Medienunternehmen verzeichneten 2020 einen Umsatzrückgang von bis zu 10%. 9% der Unternehmen hingegen meldeten einen Anstieg ihres Umsatzes.

Realisierte Kurzarbeit 2020 und durchschnittlicher Anteil der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter im Jahr 2020

Quelle: bvdm;
Anmerkung: Rundungsdifferenzen möglich; Lesebeispiel: 80% der Teilnehmer haben 2020 Gebrauch von Kurzarbeit gemacht. Von den Unternehmen, die 2020 Kurzarbeit genutzt haben, geben 30% der Unternehmen an, dass 2020 durchschnittlich 75% Prozent ihrer Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen waren.

Kostenentwicklung 2020 und erwartete Kostenentwicklung 2021

Quelle: bvdm;
Lesebeispiel (Druckpapiere, Insgesamt): 2020 stiegen die Kosten für Druckpapiere bei allen Unternehmen mit dieser Kostenart. Der Saldo der Unternehmensmeldungen (Gestiegen-Meldungen abzüglich Gesunken-Meldungen) beträgt 32 Prozentpunkte, sodass mehr Unternehmen Kostensteigerungen vermeldeten als Kostensenkungen. Für das Jahr 2021 erwarten nahezu alle Unternehmen bei dieser Kostenart weitere Preissteigerungen. Der entsprechende Saldo beträgt 77 Prozentpunkte.

Erwartete Entwicklung der Investitionsausgaben der Unternehmen 2021

Quelle: bvdm;
Rundungsdifferenzen möglich; Lesebeispiel (Software): 28% der Unternehmen, die im laufenden Jahr Software-Ausgaben haben werden, beabsichtigt, im Jahr 2021 bis zu 5 % mehr in Software zu investieren als im Vorjahr. Bei 47% der Unternehmen bleiben die Ausgaben auf dem Niveau des Vorjahres. Nur 5% der Unternehmen planen die Ausgaben in diesem Bereich zu senken.

Geschäftsrisiken in den kommenden Jahren

Quelle: bvdm;
Anmerkung: Mehrfachantworten waren möglich; Lesebeispiel: 47% der Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten sehen die steigenden Lieferantenpreise als eines der größten Geschäftsrisiken in den nächsten Jahren an. Dagegen ist dieses Risiko bei Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten mit 52% der Nennungen etwas stärker ausgeprägt.

Geschäftschancen in den kommenden Jahren

Quelle: bvdm;
Anmerkung: Mehrfachantworten waren möglich; Lesebeispiel: Die ergänzenden Dienstleistungen um das Druckprodukt werden bei den Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern von 50 % der Befragten als eine der größten Geschäftschancen der kommenden Jahre angesehen. 53% der Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern sehen die ergänzenden Dienstleistungen um das Druckprodukt als geschäftsträchtige Option an.
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