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Standort Deutschland durch Berufsbildung sichern

Gerade für die Druck- und Medienwirtschaft hat die Qualität der Berufsausbildung hohe Bedeutung. Der dualen Berufsausbildung wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Bedeutung zugemessen als der Hochschul­bildung. Im Interesse der Sicherung des Fachkräfte­nachwuchses wäre es jedoch fatal, diese Bildungswege gegeneinander auszuspielen.

Wir fordern deshalb Maßnahmen, um die Gleichwertigkeit von Berufsausbildung und Studium in der öffentlichen Wahrnehmung zu verbessern. Um die Übergänge von einem in das andere System erfolgreich zu gestalten, ist eine Erleichterung der Anrechnung von Ausbildungs- beziehungsweise Studieninhalten unerlässlich.

Ferner müssen alle Nachwuchs­potentiale voll ausgeschöpft werden. Auch Leistungsschwachen und Zuwanderern müssen gezielt Chancen auf Berufsbildung eröffnet werden.

Bewertung des Koalitionsvertrages 2018

Was für uns zählt: Die Stärken von Berufsausbildung und Studium werden gleichermaßen wahrgenommen. Erleichterung des Wechsels zwischen Berufsausbildung und Studium. Wird leistungsschwachen Jugendlichen und Zuwanderern der Weg in den (Aus-)Bildungsmarkt erleichtert?

Was wir begrüßen:

  • Geplant ist ein Schulterschluss zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen. Dies ist von besonderer Bedeutung für die Berufsbildung, da diese in hohem Maße vom Niveau allgemeinbildender Schulen abhängt. Mittel- bis langfristig besteht die Hoffnung, Ungleichgewichte der unterschiedlichen Bildungssysteme der Länder auszugleichen.
  • Die geplante Vorbereitung von Schülern auf die Anforderungen der digitalen Wirtschaft.
  • Die längst überfällige Förderung der Ausbildung von Lehrkräften durch den Bund soll nun endlich realisiert werden. Auch ist die Förderung der inklusiven Bildung im Rahmen der Investitionsoffensive geplant. Dies ist mit Blick auf die Nachwuchspotenziale für die Wirtschaft von besonderer Bedeutung.
  • Die MINT-Bildung auch vor dem Hintergrund der Frauenpotenziale zu fördern ist sinnvoll.
  • Geplant ist der Ausbau der Qualifizierung von Ausbildern.
  • Es soll ein Sonderprogramm zur Digitalisierung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten geben.
  • Der geplante weitere Ausbau des Aufstiegs-BAföG durch Maßnahmen- und Unterhaltszuschüsse für Meister, Fachwirte und Techniker beseitigt wesentliche finanzielle Hürden für weiterbildungswillige Facharbeiter.
  • Wichtige Signale sind auch, die Teilzeitausbildung, die internationale Mobilität und die assistierte Ausbildung in den Fokus zu rücken.

Was wir kritisch sehen:

  • Die bis 2020 geplante Mindestausbildungsvergütung im Berufsbildungsgesetz (BBiG) würde das bewährte System der branchendifferenzierten Ausbildungsvergütungen infrage stellen.
  • Die Koalition will die Nutzung von Langzeitkonten für die berufliche Weiterentwicklung gemeinsam mit den Sozialpartnern prüfen. Arbeitszeitflexibilität durch Arbeitszeitkonten und Wertguthaben sollte jedoch ohne Einmischung des Gesetzgebers in der Hand der Tarifvertragsparteien und der Betriebspartner bleiben.
  • Eine Stärkung des Initiativrechts der Betriebsräte für Weiterbildung sowie die Möglichkeit einen „Moderator“ hinzuzuziehen sind nicht notwendig.
  • Die Gleichwertigkeit von Beruflicher Bildung und Hochschulqualifikation zu verbessern steht wohl auf der Agenda, aber es werden keine konkreten Maßnahmen definiert. Zu befürchten ist, dass die von den Hochschulen aufgebauten Hürden weiter bestehen bleiben.

Wahlprüfsteine 2017

Unsere Fragen:

1. Wie stellen Sie sich ein in die Zukunft gerichtetes Berufsausbildungssystem vor? Wie wollen Sie erreichen, dass die Stärken von Berufsausbildung und Studium gleichermaßen wahrgenommen werden?

2. Durch welche Konzepte wollen Sie den Wechsel zwischen Berufsausbildung und Studium erleichtern?

3. Wie wollen Sie leistungsschwachen Jugendlichen und Zuwanderern den Weg in den (Aus-)Bildungsmarkt erleichtern?

CDU/CSU

Gemeinsame Antwort auf die Fragen 1. bis 3.:

Die Wissensgesellschaft wird nicht allein über akademische Bildung erreicht, hinzukommen muss die Durchdringung von gewerblichen, industriellen und handwerklichen Tätigkeiten mit neuem Wissen, so dass sich Theorie und Praxis künftig noch weniger voneinander trennen lassen. Die Berufsausbildung schafft die Basis, dass sich die Beschäftigten im Rahmen des lebenslangen Lernens neue wissensbasierte Technologien und Prozesse aneignen und in ihre Berufspraxis integrieren können. Beruflich Qualifizierte verfügen damit über neue und attraktive Karriere­perspektiven, die sich in sicheren Arbeitsplätzen und steigenden Gehältern zeigen.

Angesichts dieser Entwicklung ist es geboten, die Gleichwertigkeit und die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und der akademischen Bildung zu verwirklichen: In der nächsten Legislatur­periode wollen CDU und CSU die Allianz für Aus- und Weiterbildung unter der umfassenden Einbeziehung aller Akteure als Plattform zur Umsetzung des Nationalen Pakts zur Stärkung der Berufsbildung nutzen. Dazu wollen wir die berufliche Aufstiegs­fortbildung zur Höheren Berufsbildung (Tertiärstufe B) weiterentwickeln. Damit dieses Vorhaben gelingt, müssen die beruflichen und akademischen Curricula systematisch verzahnt und einheitliche Qualitäts­standards festgeschrieben werden. Dies erleichtert auch Studien­umsteigern die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung.

Rund 270.000 Jugendlichen ist der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht gelungen. Diesen Jugendlichen wollen wir einen Pfad zu einem Berufs­abschluss aufzeigen. Sie benötigen verlässliche Angebote, die ihre persönliche Entwicklung fördern sowie Zugänge zu Berufsorientierung und Ausbildung schaffen. Hierzu soll die Allianz für Aus- und Weiter­bildung weitere Vorschläge erarbeiten. Notwendig ist, dass gerade junge Menschen, die höchstens einen Hauptschul­abschluss haben, einen besseren Zugang zum Ausbildungs­markt bekommen.

SPD

Gemeinsame Antwort auf die Fragen 1. u. 2.:

Für uns ist klar: berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig. Beide Wege wollen wir stärken, da gerade das Ineinander­greifen dieser Fachlichkeiten unsere Innovations­kraft ausmacht. Auszubildende und Studierende verdienen gleichen Respekt und gleiche Anerkennung. In beiden Bereichen brauchen wir mehr Absolventinnen und Absolventen.

Die Vorteile der beruflichen und der akademischen Bildung wollen wir durch mehr Durchlässigkeit in beide Richtungen miteinander verknüpfen. Duale Studien­gänge sind eine gelungene Form, berufliche und akademische Bildung miteinander zu verbinden. Wir werden sie bundesweit vergleichbarer machen und gemeinsam mit den Ländern und den Hochschulen Qualitäts­kriterien definieren. Die Praxisphasen der dualen Studiengänge werden wir im Berufsbildungsgesetz regeln.

Einen Durchbruch wollen wir bei der sozialen Öffnung der Hochschulen erreichen: Wir werden die Anzahl der Stipendien für Berufsbildungs­absolventinnen und -absolventen verdoppeln. Zusätzlich wollen wir mehr Weiterbildungs­stipendien ermöglichen und duale Studiengänge entschieden ausbauen. Gleichzeitig ist es das zentrale Ziel von uns, die Gebühren für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Techniker-, Meister- und Fachwirtkurse abzuschaffen. Denn wir wollen, dass die gebührenfreie Bildung auch in der Berufsbildung umgesetzt wird. Und wir wollen, dass wer den Meisterbrief hat, künftig auch zum Masterstudium zugelassen werden soll. Denn der bestehende Bachelor-Zugang ist weder fachlich noch hinsichtlich der Lebensphase eine attraktive Option.

Zu Frage 3.:

Unser Ziel bleibt die Garantie auf einen Ausbildungsplatz und damit der Anspruch für alle in Deutschland lebenden jungen Menschen auf eine qualitativ hochwertige und vollqualifizierende Ausbildung. Die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ von Gewerkschaften, Wirtschaft, Bund und Ländern werden wir fortführen. Der betriebliche Ausbildungsplatz steht dabei im Mittelpunkt. Von Gewerkschaften und Arbeitgebern getragene branchen­bezogene Ausbildungsfonds wollen wir stärken. Die assistierte Ausbildung, bei der neben den Jugendlichen auch Eltern, Schulen und Unternehmen unterstützt werden, wollen wir bundesweit ausbauen. Gleichzeitig werden wir das Instrument der ausbildungs­begleitenden Hilfen stärken, um so Unterstützung bei Lernschwierigkeiten oder bei Problemen im sozialen Umfeld zu ermöglichen.

Daneben sind wir der Meinung, dass wer sich für seinen späteren Beruf entscheiden soll, frühzeitig Rat und Unterstützung braucht. Bereits in der Schule muss eine gezielte Berufs- oder Studien­orientierung stattfinden. Darüber hinaus sind Jugend­berufs­agenturen wichtige Anlaufstellen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Wir wollen sie flächendeckend etablieren. Nach diesem Vorbild soll auch die Zusammen­arbeit aller für die berufliche Ausbildung zuständigen Stellen verbessert werden.

Wir haben dafür gesorgt, dass Schutzsuchende, die sich in einer dualen Ausbildung befinden, diese unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens beenden und sich danach auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben können (3+2-Regelung). Wir werden dafür sorgen, dass diese auch für Ausbildungs­betriebe wichtige Regelung mit Leben erfüllt wird.

Schule und Bildung sind grundsätzlich der Schlüssel zu einer Zukunft mit guten Chancen für alle Kinder. Bei denjenigen, die als Jugendliche zu uns kommen, allein oder mit ihren Eltern, darf das Ende der (Berufs-)­Schulpflicht nicht dazu führen, dass Jugendliche keine Chance erhalten, eine Schule zu besuchen. Die Berufsschulen haben eine Brückenfunktion bei Spracherwerb und ersten praktischen Erfahrungen. Darin werden wir sie stärken.

Integrationskurse sollen besser auf Zielgruppen ausgerichtet werden. Sie sollen außerdem grundsätzlich allen Asyl­bewerberinnen und Asylbewerbern sowie Geduldeten offenstehen, sofern nicht von vornherein klar ist, dass sie nicht in Deutschland bleiben. Wir wollen die Integrations­kurse und die berufsbezogene Sprachförderung besser mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie der Berufs­orientierung, der Ausbildung und der Beschäftigung in Betrieben verbinden.

Bündnis 90/Die Grünen

Zu Frage 1:

Wir stärken das längere gemeinsame Lernen, denn es hilft allen Schülerinnen und Schülern. Außerdem wollen wir die Berufs- und Studienorientierung flächendeckend ausbauen. Auszubildenden soll ein eigenständiges Leben möglich sein, u.a. durch Berufsausbildungsbeihilfe und ein kostengünstiges Auszubildendenticket.

Zu Frage 2:

Leistungen in der Ausbildung müssen im Studium besser anerkannt werden. Den Hochschulpakt wollen wir verstetigen und so ausstatten, dass die Hochschulen besser betreuen können. Nur so kann die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte für jede und jeden Einzelnen auch zum Erfolg werden.

Zu Frage 3:

Wir wollen eine Ausbildungsgarantie, auch für Jugendliche ohne oder mit schlechtem Schulabschluss. Sie sollen direkt eine anerkannte Berufsausbildung beginnen können statt eine ziellose Maßnahme. Geflüchtete sollen sofort Deutsch lernen, an Integrationskursen und Berufsausbildungen teilnehmen können.

Die Linke

Gemeinsame Antwort auf die Fragen 1. bis 3.:

Die LINKE hält an der dualen Ausbildung fest, da Qualifikationen durch ein ausgewogenes Theorie-Praxis-Verhältnis in einem breiten Spektrum vermittelt werden. Derzeit ist allerdings der Ausbildungs­markt durch viele Probleme gekennzeichnet. Auf der einen Seite finden immer mehr junge Menschen keinen Ausbildungs­platz, werden in unzähligen Maßnahmen des sogenannten Übergangs­systems geparkt und haben somit kaum eine Chance auf einen vollqualifizierenden Berufsschluss. Auf der anderen Seite bleiben viele Ausbildungs­stellen unbesetzt. Dies betrifft vor allem diejenigen Branchen, die eine schlechte Ausbildungs­qualität aufweisen. Hinzu kommt, dass insbesondere kleine oder Kleinstbetriebe immer weniger ausbilden. DIE LINKE sieht großen Handlungsbedarf bei der Wirtschaft. Sie muss gewährleisten, dass alle ausbildungswilligen Menschen eine gute Ausbildung erhalten. Im Interesse des Fachkräfte­nachwuchses darf kein junger Mensch verloren gehen. Damit ausreichend Ausbildungsplätze geschaffen werden, muss endlich eine solidarische Umlage­finanzierung gesetzlich verankert werden, die alle Betriebe für die Ausbildung junger Menschen in die Pflicht nimmt. Um die Ausbildungs­qualität zu erhöhen und die Rechte der Auszubildenden zu stärken, will DIE LINKE zudem das Berufs­bildungsgesetz novellieren.

Die Stärken einer Berufsausbildung können insbesondere dann gleichermaßen gegenüber einem Studium wahrgenommen werden, wenn die Qualität der Ausbildung sowie anschließende Verdienst- und Aufstiegs­möglichkeiten ähnlich gut wie die nach Abschluss eines Studiums sind und das Risiko arbeitslos zu werden ähnlich gering ist wie bei Akademikern. Leider lässt in einigen Branchen die Ausbildungs­qualität häufig zu wünschen übrig. Lange Arbeitszeiten, häufige Überstunden und eine unterdurchschnittliche Vergütung lassen insbesondere diese Berufe für junge Menschen unattraktiv werden. Zudem muss endlich eine Mindest­ausbildungs­vergütung, die zum Leben unabhängig von den Eltern reicht, eingeführt werden. Wir unterstützen die Gewerkschaften und Gewerkschafts­jugend bei ihrem Kampf um bessere tarifvertragliche Lösungen.

Der LINKEN ist es wichtig, die Durchlässigkeit in der Bildung zu sichern. So müssen die Hochschulen stärker für beruflich Qualifizierte geöffnet werden. Dazu gehört auch, die bestehenden Förderlücken zwischen beruflicher Bildung und Studium zu schließen. Die Förderung gleichwertiger Bildungs­gänge darf sich dabei nicht wechselseitig ausschließen. Das heißt auch, dass die Förder­bedingungen, zum Beispiel zwischen Studierenden-BAföG und Meister-BAföG, angepasst werden müssen.

Jedes Jahr werden etwa 80 000 junge Menschen in Deutschland bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz vertröstet. Sie finden keinen Ausbildungsplatz mit Perspektive oder hängen in endlosen Warteschleifen fest. Besonders Hauptschüler*innen und Migrant*innen werden benachteiligt. DIE LINKE setzt sich für ein Recht auf eine gebührenfreie und vollqualifizierende Ausbildung für alle ein. Anonymisierte Bewerbungs­verfahren sollen sicherstellen, dass alle die gleichen Chancen auf eine Ausbildung haben. Es gibt zudem bereits eine große Zahl von Instrumenten der Förderung für junge Menschen mit geringen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Sie sind zu entbürokratisieren und auszubauen. Insbesondere Formen wie die assistierte Ausbildung sind stärker auf die individuellen Bedürfnisse von Auszubildenden und Betrieben auszurichten. Die zur Verfügung stehenden Mittel für solche Programme müssen aufgestockt und flächendeckend verfügbar gemacht werden. Das gilt zum Beispiel auch für die Berufs­einstiegs­begleitung. Angesichts der großen Zahl von Menschen ohne abgeschlossene Berufs­ausbildung schlagen wir vor, Altersgrenzen für den Zugang zu einzelnen Programmen zu beseitigen und speziell für Erwachsene ohne Berufs­abschluss weitere Programme der beruflichen Ausbildung aufzulegen und ausreichend zu finanzieren.

FDP

FDP

Gemeinsame Antwort auf die Fragen 1. u. 2.:

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland ist Vorbild für politische Entscheidungs­trägerinnen und Entscheidungs­träger auf der ganzen Welt. Dennoch halten viele ein Hochschul­studium für den einzig richtigen Bildungsweg. Zahlreiche Studien belegen dagegen, dass die Verbindung aus praktischem Arbeiten und theoretischem Lernen für die Auszubildenden effektiv ist und für die Unternehmen genau der richtige Mix aus Wissen und Können. Diese Verbindung und individuelle Förderung trägt weiter zu einer höheren Durchlässigkeit unseres Bildungs­systems bei. Wir Freie Demokraten wollen daher unser erfolgreiches berufliches Bildungs­system stärken, zu dem die duale Ausbildung und die Abschlüsse der Höheren Beruflichen Bildung (zum Beispiel: Meister, Fachwirte und Betriebswirte) gehören. Wir Freie Demokraten setzen uns für eine Exzellenz­initiative für die berufliche Bildung ein. Mit Blick auf den bereits vorhandenen Fachkräfte­mangel, die Demografie und unsere Wettbewerbs­fähigkeit, brauchen wir eine Stärkung der Aus- und Weiterbildung. Für den Hochschul­bereich gibt es solche Initiativen bereits. Die Hochschulen und Universitäten profitieren nachweislich davon. Das brauchen wir in Deutschland auch für die berufliche Bildung. Denn der Fachkräfte­mangel und die Heraus­forderungen für die Wirtschaft in der Zukunft lassen sich nicht alleine durch Hochschulabsolventen lösen.

Daher setzen wir Freie Demokraten uns für mehr digitale Bildung in der dualen Ausbildung ein. Die vielfältigen Angebote lassen sich genau auf das Können der Auszubildenden und die Bedürfnisse der Betriebe zuschneiden. Auszubildende können so Techniken und Fachwissen von internationalen Spezialisten lernen, ohne den Arbeitsort zu verlassen. Zudem bieten individuelle Lernprogramme mit digitaler Unterstützung Chancen, selbstständig zu lernen und Lücken zu schließen. Das sorgt für besser ausgebildetes Personal.

Zu Frage 3:

Weltbeste Bildung für jeden sorgt dafür, dass alle ihre unterschiedlichen Talente und Begabungen frei entfalten können. Das Elternhaus oder die Lebens­situation darf dabei nicht ausschlag­gebend sein, sondern Engagement und Leistung. Wir Freie Demokraten fordern daher eine umfassende Sprachförderung der Kinder vor der Einschulung. Sprache ist das zentrale Mittel, um sich am sozialen Leben und am Unterricht beteiligen zu können. Alle Kinder mit Sprachdefiziten müssen noch vor der Einschulung die Möglichkeit zum Erlernen der deutschen Sprache erhalten. Nur so ist ein erfolgreicher und gleichberechtigter Start ins Schulleben möglich. Dazu gehört auch ein sofortiges Teilnahmerecht am Unterricht in ganz Deutschland, auch wenn die Aufenthaltsdauer unklar oder nur kurz ist.

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine elternunabhängige Ausbildungs­förderung für volljährige Schüler, Auszubildende und Studierende ein. Junge Menschen sind eigenständige Persönlichkeiten, die sich selbst für ihren Ausbildungs­weg entscheiden wollen. Die Wahl der Ausbildung stellt für sie die Weichen für die Zukunft. Schüler, Auszubildende und Studierende sollen ihren Talenten folgen und müssen ihre Wahl frei und ohne Geldsorgen treffen können. Deshalb darf die Finanzierung auch für niemanden an den Vorstellungen der Eltern oder deren Einkommen scheitern. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss in Höhe von 500 Euro sowie einem Darlehens­angebot. Die Refinanzierung des Zuschusses erfolgt über die Verlagerung von Steuer­vergünstigungen der Eltern hin zu den Schülern, Azubis und Studierenden. Für den Teil, der als Darlehen gewährt wird, sollen sich die Rückzahlungs­modalitäten am späteren Einkommen orientieren.

Auch durch Bildungssparen soll Chancengleichheit gewährleistet werden. Damit jeder seinen Talenten folgen und seine Träume verwirklichen kann, wollen wir jedem Bürger ein Leben lang die Chance zum Aufstieg geben. Bildung ist der Schlüssel zum Aufstieg, aber die gibt es kaum zum Nulltarif. Daher setzen wir uns für ein Bildungs­sparen ein. Das heißt: Für jeden Euro, der für Bildung zur Seite gelegt wird, gibt es einen staatlichen Zuschuss. So können Eltern den Bildungsweg ihrer Kinder von klein auf absichern.


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