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Klimaschutz honorieren

Im Fokus der in allen Bereichen der Wirtschaft zu treffenden Klimaschutz-Maßnahmen sollten Aufklärung, Sensibilisierung sowie Effizienzsteigerungen in der gesamten Wertschöpfungskette stehen. Insbesondere KMU sollten in ihren Bemühungen um eine umweltfreundliche Produktion stärker unterstützt werden.

Wir fordern daher, freiwillige Maßnahmen zum Klimaschutz seitens der Unternehmen stärker zu honorieren. Zertifizierungsanforderungen für werbewirksame Labels wie etwa der „Blaue Engel“ dürfen nicht so gestaltet sein, dass sie von KMU nicht erfüllt werden können.

Bewertung des Koalitionsvertrages 2018

Was für uns zählt: Unterstützung von KMU bei Klimaschutzmaßnahmen.

Was wir begrüßen:

  • Das Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen ist auch für die Druckindustrie ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft.
  • Geplant ist, dass bei der angestrebten Klimapolitik der Dreiklang zwischen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Sauberkeit berücksichtigt wird und dabei wissenschaflich fundierte technologieoffene Konzepte verfolgt werden.

Was wir kritisch sehen:

  • Mit dem geplanten gesetzlichen Regelwerk zur Einhaltung des Klimaschutzzieles 2030 ist die Gefahr verbunden, dass KMU durch die Anforderungen benachteiligt sind.

Wahlprüfsteine 2017

Unsere Frage:

Durch welche Maßnahmen wollen Sie KMU bei Klimaschutz-Maßnahmen unterstützen?

CDU/CSU

Es gibt schon heute verschieden Programme, wie etwa das Kreditprogramm der KfW für Energieeffizienz welches auch Unternehmen des Mittelstandes dabei unterstützt, etwas für den Klimaschutz zu tun. Diese wollen wir beibehalten und bedarfsgerecht weiterentwickeln.

SPD

Unser Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg und die internationale Wettbewerbs­fähigkeit der KMU in Deutschland auch unter den Bedingungen einer ambitionierten Klimaschutz­politik zu erhalten. Dazu gehören u. a. eine Effizienz­strategie zur Minderung des Ressourcen- und Energiebedarfs; Unterstützung bei Forschung und Entwicklung neuer Optionen zur Abwärmenutzung und –vermeidung; Förderung der Eigen­versorgung, dort, wo sie effizient ist; branchen­spezifische Forschungs-, Entwicklungs- und Markt­einführungs­programme; finanzielle Anreize zur Einführung von angemessenen Energie- und Umwelt­management­systemen; die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Optimierung der Wissensbasis über hocheffiziente Technologien; sowie Beratung und Unterstützung bei einem freiwilligen Klimareporting.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen besonders kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, die Herausforderungen der Klimakrise zu bewältigen, und zugleich auch die Chancen, die in ressourcen­sparenden und emissionsarmen Produkten und Verfahren liegen, zu nutzen. Dazu wollen wir z.B. 15 Prozent steuerlichen Forschungs­bonus für alle F&E-Kosten von Unternehmen bis 250 Mitarbeitern gewähren. Wir wollen deutlich mehr in Energie­einsparung investieren, z.B. die Förderung für das Stromsparen in Privat­haushalten sowie in Kommunen und Unternehmen über Ausschreibungen zur Energie­effizienz auf 800 Mio. Euro pro Jahr erweitern. Und wir wollen den Mittelstand bei den Stromkosten entlasten, indem wir Groß­unternehmen bei der EEG-Umlage stärker in die Verantwortung nehmen.

Die Linke

Wir sehen Klimaschutz auch im Bereich der KMU als einen Mix von Fordern und Fördern. So setzen wir uns für klare und langfristige absehbare Vorgaben für Produkte und Verfahren ein, etwa in Form von Top-Runner-Ansätzen, wie sie beispielsweise über die EU-Ökodesign-Richtlinie vorgegeben werden. Seitens der Bundes­regierung und der dena sollten KMU bei der Umsetzung besondere Unterstützung durch Beratungs­angebote und ggf. auch Fördermittel erhalten. Zudem können Energie­effizienz­netzwerke von Unternehmen ein sinnvolles Instrument sein, die auch seitens des Staates unterstützt werden müssen.

FDP

Der Schutz des Klimas ist zu wichtig, um ihn bürokratisch und plan­wirtschaftlich anzugehen. Trotzdem dominieren diese Strategien mit verheerenden Folgen: Die Kosten laufen aus dem Ruder, ohne dass es zu angemessenen Erfolgen kommt. Ändern wir die Strategie in Richtung Markt­wirtschaft.

Wir Freie Demokraten stehen neuen Technologien gerade auch im Klimaschutz offen gegenüber. Niemand kann heute sagen, wie die Energie­versorgung in 50 Jahren aussehen wird. Daher lehnen wir langfristige Pläne, mit denen für jeden Wirtschafts­sektor spezifische Emissions­ziele mittels restriktiver Vorgaben umgesetzt werden sollen, grundsätzlich ab.

Die Nutzung des klima­freundlichen Rohstoffes Holz wollen wir durch ein gezieltes Innovations- und Forschungs­programm voranbringen. Mit Blick auf eine verlässliche Versorgung mit dem Rohstoff Holz, gehört das Ziel der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, fünf Prozent der deutschen Waldfläche aus der forst­wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und sich selbst zu überlassen, auf den Prüfstand. Denn Artenschutz und eine nachhaltige Wald­bewirtschaftung in Verbindung mit Alt- und Totholz­konzepten, sowie weiteren Maßnahmen des Vertrags­naturschutzes, schließen sich keineswegs aus.

Auch die Digitalisierung im Energie­markt muss mit markt­wirtschaftlichen Prinzipien statt staatlichem Zwang vorangetrieben werden. Intelligente Stromzähler sind derzeit Voraussetzung für lastabhängige Stromtarife. Sie helfen Angebot und Nachfrage besser zu steuern.


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