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Digitale Kompetenzen breitflächig vermitteln

In der Druck- und Medienwirtschaft nimmt die Digitalisierung in der gesamten Produktionskette zur Erstellung von Print- und Digitalmedien seit vielen Jahren einen breiten Raum ein. Um ihr international führendes Niveau zu erhalten, investieren Druckereien und Medienhäuser nicht nur in Hard- und Software, sondern in erster Linie in die Kompetenzentwicklung ihres Personals. Als Basis dieser betrieblichen Bemühungen fordern wir die Vermittlung digitaler Kompetenzen als verbindlichen Bestandteil in allen Schulformen.

Bewertung des Koalitionsvertrages 2018

Was für uns zählt: Konkrete Maßnahmen, um digitale Kompetenzen in allen Schulformen zu vermitteln.

Was wir begrüßen:

  • Die Forcierung der Vermittlung von digitalen Kompetenzen für alle Altersgruppen. Diese kann nur gelingen, wenn auch die entsprechende digitale Infrastruktur in allen Schulformen zügig ausgebaut wird. Der mit 5 Milliarden Euro dotierte Digitalpakt ist ein begrüßenswerter Ansatz.
  • Die Hervorhebung des hohen Stellenwertes von beruflicher Bildung. Es ist erfreulich, dass neben den Berufsschulen auch die Lehrwerkstätten in den Fokus rücken.

Was wir kritisch sehen:

  • Die föderalen Strukturen können nach wie vor erhebliche Hürden sein, wenn es um die konkrete Verteilung der Investitionen für Schulen geht.

Wahlprüfsteine 2017

Unsere Frage:

Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um digitale Kompetenzen in allen Schulformen breitflächig zu vermitteln?

CDU/CSU

Neben Lesen, Schreiben und Rechnen gehört der Erwerb digitaler Kompetenzen zur „vierten Kulturtechnik“ und Schlüssel­qualifikation des 21. Jahrhunderts. Der fachkundige und reflektierte Umgang mit digitalen Medien und grundlegende IT-Kenntnisse sind Voraussetzungen für den beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Daher unterstützen wir den „DigitalPakt Schule“ des Bundes mit den Ländern: Über einen Zeitraum von fünf Jahren will der Bund die digitale Infrastruktur – wie Breitband­anbindung und W-LAN-Ausleuchtung – der rund 40.000 Grundschulen, weiterführenden allgemein­bildenden und beruflichen Schulen fördern. Im Gegenzug setzen die Länder entsprechende pädagogische Konzepte, die Umgestaltung der Lehreraus- und -fortbildung sowie die Unterstützung notwendiger Strategie­entwicklungs­prozesse vor Ort um. Auch ein zeitgemäßer Informatik­unterricht ist Teil der notwendigen Vorbereitung auf die digital geprägte Welt. Entsprechend wollen wir uns dafür einsetzen, dass an den Hochschulen zusätzliche Lehrstühle, insbesondere in der Informatik, eingerichtet werden.

SPD

Für die SPD ist die Stärkung unserer Schulen eine wichtiges Anliegen. In der Bildungs­politik ist insbesondere die stärkere Zusammen­arbeit von Bund, Ländern und Kommunen in einer nationalen Bildungsallianz erforderlich, um gemeinsam Ziele zu vereinbaren und Maßnahmen zu ergreifen. Das Kooperationsverbot im Grundgesetz steht aber Bundes­investitionen in Schulen noch entgegen und muss abgeschafft werden. Wir wollen jedoch als SPD, dass der Bund in Schulen investieren kann, um zu helfen, ein Schul­modernisierungs­programm aufzulegen und eine Million zusätzlicher Ganztags­schulplätze zu schaffen. Damit sorgen wir unter anderem für gut ausgerüstete Klassenzimmer, barrierefreie Gebäude und moderne Ausstattung, auch mit digitaler Technik.

Zugleich wollen wir, dass digitale Bildung Gegenstand von Schul- und Unterrichts­entwicklung wird. Kompetenzen im Umgang, Einsatz, Gestaltung und in der Nutzung digitaler Medien und Technik sind wichtig. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Ländern neue Bildungs­standards für alle Bildungsbereiche und Schulstufen entwickeln. Schülerinnen und Schüler sollen digitale Kompetenzen fächer­übergreifend erwerben. Digitalisierte Lernmaterialien müssen offen zur Verfügung stehen, wofür wir verstärkt offene Bildungsinhalte (Open Educational Resources) nutzen wollen. Damit das funktioniert, brauchen wir vernetzte digitale Lern-Plattformen.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen die soziale Kluft zu verringern, die bisher in der Nutzung von digitalen Angeboten besteht. Wir wollen bei der Vermittlung von Medienkompetenz möglichst früh ansetzen: Schon in der Grundschule können Kinder auf einen möglichst souveränen Umgang mit digitalen Medien vorbereitet werden. Die Kulturtechniken der Digitalisierung – vom Programmieren bis zum kritischen Umgang mit digitalen Geräten und Prozessen – soll allen Schülerinnen und Schülern vermittelt werden. Dafür sollen in einer gemeinsamen Anstrengung mit allen Bundesländern Basiskompetenzen im Bereich Informatik, Medienanwendung und kritischer Medienkunde als weiterer Baustein natur­wissenschaftlicher Bildung verbindlich eingebracht werden.

Die Linke

Die Digitalisierung bietet die Chance, vielen Menschen einen schnellen Zugang zu Informationen zu ermöglichen. DIE LINKE will daher stärker Kompetenzen im Bereich Medien und Information insbesondere in der schulischen Bildung implementieren. Ein selbstbestimmter und kritischer Umgang mit digitalen Technologien und dem Internet sind unweigerlich mit Bildung verbunden. Dazu muss der Ausbau der IT einhergehen mit der Ausbildung und mit Fortbildungs­angeboten für Lehramts­studierende und für die aktiven Lehrkräfte. Software sollte Freie Software sein, die Hardware sollte nach Möglichkeit offen spezifiziert sein. Wir wollen, dass jedes Kind ein mobiles Endgerät als Teil der Bildungs­ausstattung zur Verfügung hat und frühzeitig und regelmäßig mit den Prinzipien der digitalen Technologien (etwa Funktionsweise von Speichern, Sensoren, Programmier­kenntnisse) vertraut gemacht wird. Deshalb brauchen Schulen kostenlose Leihgeräte für alle, die sich selbst keines leisten können. Die IT-Infrastruktur an Schulen muss durch Fachpersonal betreut werden. Entsprechende Planstellen sollen kurz- und mittelfristig geschaffen werden. Die IT-Infrastruktur aller Schulen muss mit schnellen und leistungs­fähigen Breitband­anschlüssen, WLAN für alle und einer zeitgemäßen Hard- und Software-Ausstattung ausgebaut werden.

FDP

Wir Freie Demokraten fordern einen Fokus auf Medienkompetenz in den Bildungs­standards. Dank der digitalen Revolution hat man ganze Bibliotheken jederzeit zur Hand. Doch Informationen werden nicht durch Suchmaschinen zu Wissen und die vielen digitalen Kanäle können auch schnell zu Überforderung führen. Im digitalen Zeitalter sind Nachrichten immer, überall und sofort verfügbar. Menschen müssen lernen, sich daraus eine sachkundige eigene Meinung zu bilden. Das fußt auf der Befähigung, auf der Basis fundierten Fachwissens aus der Informationsflut die Spreu vom Weizen trennen und Quellen kritisch hinterfragen zu können. Dazu gehört von Kindesbeinen an die Vermittlung von Medien- und Methoden­kompetenz. Hier hinein gehört auch das Verständnis von der Funktionsweise informations­technischer Systeme, künstlicher Intelligenz und Computer­sprache. Dementsprechend sollen auch in Prüfungen künftig moderne Konzepte wie „Open Book Tests“ oder internetfähige Geräte zum Einsatz kommen dürfen. Lehrerinnen und Lehrer sollen im Bereich Medienkompetenz verpflichtend weitergebildet werden. Die dazugehörige Infrastruktur soll wir Freie Demokraten in den nächsten fünf Jahren durch Investitionen von 1000 Euro pro Schüler in Technik und Modernisierung garantieren. Außerdem wollen wir die besten Lehrerinnen und Lehrer für unsere Kinder und auch in der Erwachsenen­bildung. Ob bei neuen Technologien, Internationalität oder Praxiserfahrung – wir wollen den Horizont der Lehrkräfte erweitern.


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