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Umwelt-Lexikon
   
Abfall

Abfälle im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sind alle beweglichen Sachen, die unter die in Anhang 1 des Gesetzes aufgeführten Gruppen des Gesetzes fallen und deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Das Gesetz unterscheidet zwischen verwertbaren Abfällen sowie nichtverwertbaren Abfällen, den sog. Abfällen zur Beseitigung. Die Vorschriften des Gesetzes gelten jedoch u.a. nicht für Stoffe, die in Gewässer oder Abwasserbehandlungsanlagen eingeleitet oder eingebracht werden.

Siehe auch Abfallbeseitigung/-verwertung, Abfallschlüsselnummer, Abfallnachweisverordnung, EAK, Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Sonderabfall, Technische Anleitung Abfall.

Abfallbeauftragtenverordnung

Die Abfallbeauftragtenverordnung bestimmt, welche Unternehmen einen Betriebsbeauftragten für Abfall zu bestimmen haben. Dies sind z.B. Abfallbeseitigungsanlagen, Anlagen zur Herstellung von Gefahrstoffen oder Krankenhäuser.

Zu den Aufgaben des Beauftragten gehört die Überwachung der Abfälle und deren Entsorgung, die Suche nach abfallvermeidenden Technologien und ein Anhörungsrecht bei Investitionsentscheidungen. Die Druckereien müssen i.d.R. keinen Abfallbeauftragten bestellen. Die Behörde kann aber im Einzelfall die Bestellung eines Abfallbeauftragten anordnen.

Abfallbeauftragten­verordnung

Die Abfallbeauftragtenverordnung bestimmt, welche Unternehmen einen Betriebsbeauftragten für Abfall zu bestimmen haben. Dies sind z.B. Abfallbeseitigungsanlagen, Anlagen zur Herstellung von Gefahrstoffen oder Krankenhäuser. Zu den Aufgaben des Beauftragten gehört die Überwachung der Abfälle und deren Entsorgung, die Suche nach abfallvermeidenden Technologien und ein Anhörungsrecht bei Investitionsentscheidungen. Die Druckereien müssen i.d.R. keinen Abfallbeauftragten bestellen. Die Behörde kann aber im Einzelfall die Bestellung eines Abfallbeauftragten anordnen.

Siehe auch Abfallmanagement, Entsorgung, Gefahrstoffverordnung.

Abfallbeseitigung/-verwertung

Bei der Entsorgung von Abfällen wird nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zwischen der Beseitigung und der Verwertung unterschieden. Die Verwertung stellt dabei das hochwertigere Entsorgungsziel dar. Bei der Verwertung wird zwischen stofflicher und der energetischer Verwertung differenziert, wobei der Gesetzgeber sich die Möglichkeit offen hält, über eine Verordnung für bestimmte Abfälle den einen oder anderen Weg zu präferieren. Für die thermische Verwertung schreibt das Gesetz daneben noch Standards wie einen Mindest-Heizwert und Abwärmenutzung vor. Die Beseitigungsverfahren sind alle Entsorgungswege, die keine Verwertung für sich in Anspruch nehmen können, also i.d.R. die Deponierung, bestimmte Verfahren der chemisch-physikalischen Behandlung oder die Abfallverbrennung. Während alle zu beseitigenden Abfälle überwachungspflichtig sind, unterliegen einfache Abfälle zur Verwertung wie Altpapier oder Verpackungsfolien keiner Überwachung durch die Behörden.

Abfallbeseitigung/-verwertung

Bei der Entsorgung von Abfällen wird nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zwischen der Beseitigung und der Verwertung unterschieden. Die Verwertung stellt dabei das hochwertigere Entsorgungsziel dar. Bei der Verwertung wird zwischen stofflicher und der energetischer Verwertung differenziert, wobei der Gesetzgeber sich die Möglichkeit offen hält, über eine Verordnung für bestimmte Abfälle den einen oder anderen Weg zu präferieren. Für die thermische Verwertung schreibt das Gesetz daneben noch Standards wie einen Mindest-Heizwert und Abwärmenutzung vor. Die Beseitigungsverfahren sind alle Entsorgungswege, die keine Verwertung für sich in Anspruch nehmen können, also i.d.R. die Deponierung, bestimmte Verfahren der chemisch-physikalischen Behandlung oder die Abfallverbrennung. Während alle zu beseitigenden Abfälle überwachungspflichtig sind, unterliegen einfache Abfälle zur Verwertung wie Altpapier oder Verpackungsfolien keiner Überwachung durch die Behörden.

Siehe auch Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz.

Abfallbestimmung

In zwei getrennten Verordnungen bestimmt der Gesetzgeber die überwachungs- und die besonders überwachungsbedürftigen Abfälle (sog. Sonderabfall). In Listen wird festgelegt, welche Abfälle des Abfallkataloges der behördlichen Überwachung unterliegen (können), wobei alle aufgeführten Abfälle der Verwertung oder Beseitigung zugeführt werden können. Nur für nicht aufgeführte verwertete Abfälle entfällt die behördliche Überwachung.

Siehe auch Abfall, Abfallnachweisverordnung, EAK, Sonderabfall.

Abfall­bilanz/Abfall­wirtschafts­konzept

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, dass Betriebe, die jährlich mehr als 2000 Kilogramm besonders überwachungsbedürftige Abfälle entsorgen, der Behörde auf Verlangen eine Abfallbilanz vorzulegen haben. Die Aufstellung muss neben den Vorjahresmengen aller überwachungsbedürftigen Abfälle auch detaillierte Angaben zum Entsorger und dem Entsorgungsweg enthalten. Zudem muss der Betrieb alle fünf Jahre ein Abfallwirtschaftskonzept erstellen, das die Entwicklung der Abfallmengen prognostiziert und weitere Angaben zur Entsorgungsqualität beinhaltet. Das Abfallwirtschaftskonzept soll die betriebsinternen Maßnahmen zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung der anfallenden Abfälle dokumentieren. Da die Mengendaten aber nur die eine Hälfte der interessanten Abfalldaten darstellen, bietet erst ein Abfallmanagement mit der Verknüpfung der Kosten eine betrieblich interessante Aussage.

Siehe auch Abfall, Abfallmanagement, Entsorger, Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz.

Abfallgesetz

Siehe Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz.

Abfall­management

Das Abfallmanagement ist ein Teil des Umweltmanagements. Hierbei werden die abfallerzeugenden Prozesse untersucht, die Abfallmengen und -kosten erfasst und deutlich gewordene Schwachstellen beseitigt. Dabei erfolgt die Analyse der betrieblichen Situation möglichst mit Hilfe von Kennzahlen, beispielsweise anhand des Durchschnittspreises pro Tonne Abfall oder des Verhältnisses zwischen eingekaufter und entsorgter Menge, wie bei der Ermittlung der Makulaturquote beim Papier.

Siehe auch Umweltmanagement.

Abfallnachweis­verordnung

Die Abfallnachweisverordnung beschreibt die behördlichen Überwachungsinstrumente der Abfallentsorgung mit Hilfe des Begleitscheinverfahrens und des Entsorgungsnachweises. Diese werden im Rahmen der Sonderabfallentsorgung vom Abfallerzeuger, dem Entsorger und der zuständigen Behörde eingesetzt.

Siehe auch Abfallschlüsselnummer, Begleitschein, EAK, Entsorgungsnachweis.

Abfallschlüssel­nummer

Die Abfallschlüsselnummer ist eine sechsstellige Ziffer (z.B. 090101 für Entwicklerbäder), über die ein Abfall identifiziert werden kann. Die Abfallarten sind in der EAK-Verordnung nach der Systematik des Europäischen Abfallartenkataloges aufgeführt. Diese Nummer wird z.B. beim Abfallnachweisverfahren mittels Begleitscheinen und Entsorgungsnachweisen oder auch im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Entsorger eingesetzt. Genauere Zuordnungen und Details sind der Broschüre „Abfälle in der Druckindustrie“ bzw. der CD „Kreislaufwirtschaft in der Druckindustrie“ des Bundesverbands Druck und Medien zu entnehmen.

Siehe auch Begleitschein, EAK, Entsorgungsnachweis, Genehmigungsverfahren.

Abfallwirtschafts­konzepte

Siehe Abfallbilanz/Abfallwirtschaftskonzept.

Abgas

Abgase im Sinne der TA Luft sind die den Trockner oder die Abgasreinigungsanlage verlassenden Trägergase, wie Luft oder Verbrennungsgase, vermischt mit festen, flüssigen oder gasförmigen Emissionen. Abgas vor der Behandlung wird als Rohgas, nach der Behandlung als Reingas bezeichnet.

Abgas

Abgase im Sinne der TA Luft sind die den Trockner oder die Abgasreinigungsanlage verlassenden Trägergase, wie Luft oder Verbrennungsgase, vermischt mit festen, flüssigen oder gasförmigen Emissionen. Abgas vor der Behandlung wird als Rohgas, nach der Behandlung als Reingas bezeichnet.

Siehe auch Emissionen, Technische Anleitung Luft.

Abgasreinigung

Unter der Abgasreinigung versteht man unterschiedliche technische Maßnahmen, die die Schadstoffgehalte in Abgasen verringern oder ganz vermeiden. Filter entfernen z.B. feste Bestandteile aus dem Abgas während gasförmige Stoffe z.B. durch Abscheidung (Adsorption des Lösemittels Toluol an Aktivkohle im Tiefdruck) oder Umwandlung (thermische Nachverbrennung im Heatset) beseitigt werden. Für genehmigungsbedürftige Anlagen sind solche Verfahren erforderlich, um die entsprechenden Emissions-Grenzwerte nach der TA-Luft einzuhalten.

Siehe auch Technische Anleitung Luft.

Abkürzungen
a.a.R.d.T. Allgemein anerkannte Regeln der Technik
AbfBestV Abfallbestimmungsverordnung
AbfG Abfallgesetz
AbwAG Abwasserabgabengesetz
AbwHerkV Abwasserherkunftsverordnung
AltölV Altölgesetz/-verordnung
AOX Adsorbierbare organische Halogenverbindungen
ASN Abfallschlüsselnummer
BAT Biologische Arbeitsplatztoleranz/best available technique
BHKW Blockheizkraftwerk
BImSchG Bundesimmissionsschutzgesetz
BImSchV Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen
BSB Biologischer Sauerstoffbedarf
ChemG Chemikaliengesetz
CKW Chlorierte Kohlenwasserstoffe
CO2 Kohlendioxid
CSB Chemischer Sauerstoffbedarf
dB (A) Dezibel (A),
dH Deutsche Härte
DSD Duales System Deutschland GmbH
EAK  Europäischer Abfallkatalog
EGW Einwohnergleichwert
EMAS eco management und audit scheme
EN Entsorgungsnachweis
EU  Europäische Union
FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoffe
GEBR Entsorgungs- und Beratungsgesellschaft für die deutsche Recyclingwirtschaft
GefStoffV Gefahrstoffverordnung
GGVS Gefahrgutverordnung Straße
HKW Halogenierte Kohlenwasserstoffe
IPA Isopropylalkohol, bzw. Isopropanol
IPC integrated polution control
IVU Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
ISO International Organisation for Standardization
KrWG/AbfG Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz
LAGA Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
LAWA Länderarbeitsgemeinschaft Wasser
LC50 Letale Konzentration 50%
LD50 Letale Dosis 50%
MAK Maximale Arbeitsplatzkonzentration
MIK Maximale Immissionskonzentration
NEC national emission ceilings
OEG Obere Explosionsgrenze
PCB Polychlorierte Biphenyle
PCP Pentachlorphenol
PER Perchlorethylen
PLA Produktlinienanalyse
ppb parts per billion
ppm parts per million
PVC Polyvinylchlorid
R-Sätze Gefahrenhinweise nach der GefStoffV
RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung GmbH
RESY Organisation für Wertstoff-Entsorgung
S-Sätze Sicherheitsratschläge nach der GefStoffV
SE Schadeinheit
St.d.T. Stand der Technik
TA Technische Anleitung
TCF total chlorine free
TNV Thermische Nachverbrennung
TQM total quality management
TRGS Technische Regeln für Gefahrstoffe
Tri Trichlorethylen
TRK Technische Richtkonzentrationen
UBA Umweltbundesamt
UEG Untere Explosionsgrenze
UHG Umwelthaftungs-Gesetz
UVP Umweltverträglichkeitsprüfung
VbF Verordnung brennbare Flüssigkeiten
VDI Verein deutscher Ingenieure
VfW Vereinigung für Wertstoffrecycling
VwV Verwaltungsvorschrift
WGK Wassergefährdungsklassen
WHG Wasserhaushaltsgesetz
Abwasser­abgabengesetz

Auf Grundlage des Abwasserabgabengesetzes müssen Direkteinleiter schädlichen Abwassers (z.B. Gemeinden, Großindustrie) eine Abgabe bezahlen. Die Höhe der Abwasserabgabe richtet sich nach der Schädlichkeit der Verschmutzungen. Berücksichtigt werden bestimmte Schwermetalle, der AOX-Gehalt, der CSB-Gehalt und die Abwassermenge. Einleiter, die nach dem Stand der Technik ihre Abwässer reinigen, können die Abgabe bis auf 20% des fälligen Betrages reduzieren.

Siehe auch Direkteinleiter, Stand der Technik.

Abwasser­verordnung

Die Abwasserverordnung definiert in über 50 Anhängen für verschiedenste Herkunftsbereiche die Bedingungen, nach denen eine Einleitgenehmigung für Abwässer erteilt wird. Diese Bedingungen orientieren sich an §7a des Wasserhaushaltsgesetzes, wonach für die Einleitung von Abwasser nur dann eine Genehmigung zu erteilen ist, wenn die Schadstofffracht des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist. Für Druckereien regelt der Anhang 53 das Einleiten von Abwasser aus fotografischen Prozessen. Danach müssen Betriebe ab einem jährlichen Verbrauch von 3.000 m2 Film- und Papiermaterial eine Silberfracht von 50 mg/m2 einhalten, ab 30.000 m2 sogar von 30 mg/m2. Die Einhaltung der Grenzwerte ist bei kleineren Betrieben durch die Fixierbadentsilberung, bei den größeren zusätzlich durch die Behandlung der Spülwässer z.B. mit Ionenaustauschern zu erreichen. Der Anhang 56 „Druckereiabwässer“ soll die Einleitbedingungen und die Behandlung von Abwasser aus Druckereien erstmals bundeseinheitlich regeln. Mit einem Inkrafttreten ist im Laufe des Jahres 2000 zu rechnen.

Siehe auch Fixierbadentsilberung, Ionenaustauscher, Wasserhaushaltsgesetz.

Adsorption

Bei der Adsorption wird der im Abgas enthaltene Schadstoff an der Oberfläche eines Feststoffes (z.B. Aktivkohle) angelagert. Da der adsorbierte Stoff dann hochkonzentriert vorliegt, kann er relativ einfach desorbiert und wieder eingesetzt werden. Dieses Verfahren wird z.B. im Tiefdruckverfahren zur Lösemittelrückgewinnung eingesetzt.

Siehe auch Abgasreinigung.

Alkohol­ersatzstoffe

Im Rahmen der Maßnahmen zur VOC-Reduzierung in Druckereien gewinnt aus Umweltschutz und Gesundheitsschutzerwägungen heraus auch die Reduzierung des Isopropanolgehaltes im Feuchtwasser des Offsetdrucks zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile wird eine Vielzahl von kennzeichnungsfreien, verdunstungsarmen Alkoholersatzstoffen angeboten, die eine Reduktion des IPA ermöglichen sollen Der Nachteil einiger dieser Reduktions- und Substitutionschemikalien ist jedoch ihr hoher Anteil an Glycerin bzw. Glykol, der z.T. noch zu drucktechnischen Problemen der Druckfarbentrocknung führen kann. Darüber hinaus ist bei der Eratzstoffauswahl sorgfältig zu prüfen, ob diese nicht auf andere Art die Gesundheit oder die Umwelt belasten.

Siehe auch VOC.

   
Umweltlexikon
Umweltschutz in der Druckindustrie von A bis Z.