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Kurzbilanz für die deutsche Druckindustrie
Januar bis September 2011

Die Wirtschaftsentwicklung der deutschen Druckindustrie bleibt auch im Jahr 2011 von der guten Entwicklung der Gesamtwirtschaft abgekoppelt. Zwar sehen die Ergebnisse für die Druckindustrie endlich etwas erfreulicher aus, denn bis September 2011 konnte bei der Produktion um 2,5 % zugelegt werden, beim Umsatz sogar um 5,1 %. Die Produktionsstatistik wird für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten (20+) erhoben und ist somit näher an der Gesamtbranche dran als die unterjährigen Umsatzergebnisse für 50+, weshalb auch die Umsatzschätzung des bvdm „Stagnation“ für die Gesamtbranche für 2011 weiter trägt. Die positiven Ergebnisse relativieren sich aber sofort, wenn man Vergleiche mit anderen Industriebranchen anstellt (siehe Grafik in der PDF-Datei).

Die Produktionsindizes ergeben für das Wachstum in der Gesamtindustrie mit +10,9 % zweistellig positive Zuwächse, beim Umsatz sind es sogar 14 % Zuwachs (siehe Tabelle in der PDF-Datei).

Deswegen wird die Ertragslage in der Industrie auch wesentlich besser beurteilt. Während sie im Mai 2010 im Saldo noch von 15 % negativ eingeschätzt wird, sind es im September 2011 im Saldo 16 % positive Einschätzungen. Der Abstand zur Druckindustrie beträgt aktuell 44 Prozentpunkte.

Bei den Bruttowerbeausgaben mußten Zeitungen weitere Werbeverluste hinnehmen, die anderen Printwerbe-Erzeugnisse konnten nur moderate Zuwächse verzeichnen. Für das Produktionsvolumen der Druckindustrie spielen die Werbeausgaben eine bedeutsame Rolle, weil Werbeerzeugnisse einen Anteil von 63 % am Produktionsvolumen haben.

Auf dem Arbeitsmarkt der deutschen Druckindustrie sanken die Arbeitslosenzahlen in der Berufsgruppe „Drucker“ bis zum 3. Quartal 2011 um 4,6 % auf 10.550 Drucker. Das waren 547 Arbeitslose weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenzahlen für den Beruf Drucker sinken bereits seit März 2010 kontinuierlich, sind aber 2011 in den Monaten Februar, März und April gestiegen. Die Zahl der offenen Stellen nimmt bereits seit Mai 2010 wieder zu, so dass bis September 2011 nun 906 offene Stellen im Jahresdurchschnitt für Drucker gemeldet sind.

Die Kurzarbeiterzahlen haben sich nach den aktuell vorliegenden Ergebnissen bis Mai 2011 in der Druckindustrie auf niedrigem Niveau stabilisiert und sind gegenüber Mai 2010 um 60 % gesunken. Sie sind allerdings noch immer fast sieben Mal so hoch wie vor der Krise Anfang 2008.

Die Insolvenzzahlen werden in der Druckindustrie für das Jahr 2011 das Vorjahresergebnis übersteigen, denn bis zum 3. Quartal 2011 sind 151 Insolvenzverfahren eröffnet worden, das sind 5,6 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, so dass hochgerechnet aufs Jahr 2011 insgesamt 201 Insolvenzverfahren erwartet werden, 11 mehr als noch 2010.

Mit den nun endlich verbesserten Produktions- und Umsatzergebnissen könnte es im Drupa-Jahr 2012 für die Druckindustrie weiter aufwärts gehen. Dafür spricht auch, dass die Druckindustrie eine sogenannte Nachlauf-Branche ist, die erst mit Zeitverzögerungen von Wirtschaftsaufschwüngen profitieren kann. Denn zwar werden Werbeausgaben entgegen der „reinen Lehre“ in Krisenzeiten sehr schnell eingekürzt, aber in Aufschwungphasen erst wieder ausgeweitet, wenn die Wirtschaftslage stabil erscheint. Das ist gerade 2011 durch die ständig schwelende Finanz- und Verschuldungskrise und die dadurch drohende Rezession nicht der Fall gewesen. Auch 2012 wird sich diese Unsicherheit fortsetzen. Bleiben die Wirtschaftsverhältnisse allerdings stabil oder bessern sie sich sogar noch, so sollte die Umsatzschätzung für die Druckindustrie mit einem Zuwachs von 1,5 % eintreten.

(Aktualisiert: 22.12.2011)

Kurzbilanz deutsche Druckindustrie Januar bis September 2011 (PDF)

Kurzbilanz deutsche Druckindustrie 2010 (PDF)

Weitere Informationen: Konjunkturelle Lage

URL dieses Artikels: http://www.bvdm-online.de/Zahlen/geschaeftslage.php
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