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Konsolidierung der Druckindustrie schreitet voran
Die Umstrukturierung schreitet voran. Treiber ist weiter die Verschiebung der Werbeausgaben für Printmedien hin zu den digitalen Medien. Die Nachfrage nach Printmedien ist rückläufig, so dass die Umsatzzahlen des Vorkrisenjahres 2008 noch nicht wieder erreicht werden konnten. Dies verschärft das Problem der Überkapazitäten, die durch den permanenten technischen Fortschritt bei Druck- und Verarbeitungsmaschinen entstanden sind. Zu erkennen ist dies auch an der anhaltend niedrigen Kapazitätsauslastung im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe. Auch die Anzahl der Betriebe und Beschäftigten war in 2013 weiterhin rückläufig.
Es gelingt der Druckindustrie nach wie vor nicht, steigende Preise für Druckfarben, Papier und Energie auf die eigenen Produkte umzulegen und an ihre Kunden weiterzugeben. Im Gegenteil: Druckereileistungen werden aktuell 7,8 Prozent geringer vergütet als im Jahr 2000. Die Strompreise sind dagegen um fast zwei Drittel angestiegen. Vor diesem Hintergrund ist die Ertragslage in vielen Druckunternehmen äußerst angespannt.
Geschäftserwartungen der Druck- und Medienwirtschaft
Die Ausgangslage ist nach wie vor schwierig. Laut bvdm Konjunkturtelegramm Mai 2014 schätzen die Druckunternehmer ihre aktuelle Lage wieder skeptischer ein als noch im April. Gleiches gilt für ihre Erwartungen für das gesamte erste Halbjahr und bis zum dritten Quartal dieses Jahres. Diese Einschätzungen, erfasst auf der Basis des ifo Konjunkturtests, sind jedoch positiver als noch vor einem Jahr.
Umsatzentwicklung der Betriebe
Den Monatsberichten des Statistischen Bundesamtes für Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten zufolge, die für das Gesamtjahr 2013 vorliegen, gab es einen Umsatzrückgang von 4,0%. Nach den Rückgängen in 2010 und 2012 mit jeweils 2,4 bzw. 2,5% bei nur einem Jahr der Umsatzsteigerung in 2011 (2,6%) bedeutet dies, dass das Niveau des Vorkrisenjahres 2008, in dem der Umsatz der Druckindustrie um 7% einbrach, nicht wieder erreicht werden konnte, sondern in der Gesamtschau um mehr als 9% dahinter zurückbleibt. Dieser Berichtskreis erfasst nur etwa 6,7% der Betriebe und 56,4% der Beschäftigten.
Der Werbemarkt in Deutschland
Fernsehen, das werbestärkste Medium, konnte 2013 ein Plus verzeichnen. Ebenso Außenwerbung, Fachzeitschriften, Online und Mobile sowie Radio. Verluste hinnehmen mussten der zweitstärkste Werbeträger Deutschlands – Tageszeitungen – sowie Anzeigenblätter, Zeitschriften, Verzeichnismedien und Kino. Die Verschiebung der Bruttowerbeausgaben von Print zu Online-Medien setzte sich im Jahr 2013 mit 2,9 Prozent fort. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), der jährlich mit einer Netto-Statistik (Nettowerbeeinnahmen) die tatsächliche Einkommenssituation der Werbeträger unter Berücksichtigung von Agenturvergütungen und Rabatten darstellt, kommt zu dem Ergebnis, dass Fachzeitschriften als einziges Print-Segment ein Plus verzeichnen. Unverändert jedoch ging der größte Teil der Nettowerbeeinnahmen an die Print-Medien.
Die exakten Zahlen für die Gesamtbranche unter Einbeziehung der Mehrzahl der Betriebe (1-49 Beschäftigte) liegen erst mit zweijährigem Abstand durch die Umsatzsteuerstatistik vor. Es ist aber davon auszugehen, dass dort die Umsatzrückgänge noch drastischer ausfallen.
Betriebe und Beschäftigte
Die Zahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ging im Jahr 2013 um 2,7% gegenüber dem Vorjahr zurück, so dass zum Stichtag 30.06.2013 noch insgesamt 9.148 Betriebe am Markt tätig waren. Diese verteilten sich zu 71,6% auf die Produktion sonstiger Druckerzeugnisse, zu 18,6% auf die Druck- und Medienvorstufe und zu 6,9% auf die Druckweiterverarbeitung. Das Drucken von Zeitungen betrifft lediglich 269 Betriebe (2,9%).
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank weiter. Während 2012 noch 147.883 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig waren, galt das 2013 nur noch für 146.504, ein Rückgang um 3,2%.
Preise für Druckerzeugnisse und Inputgüter
Die Erzeugerpreise für Druckereileistungen lagen im Jahr 2013 weiter unter denen des Jahres 2000. Insgesamt 7,8 mussten die Druckdienstleister nachgeben und konnten somit in keiner Weise die Preise, die sie selbst für sogenannte Inputgüter, also für Maschinen, grafische Papiere und Pappen, elektrischen Strom und Druckfarben zahlen müssen, am Markt weitergeben.
Die Aussichten
Die deutsche Konjunktur befindet sich auf Wachstumskurs. Für 2014 signalisieren die Wirtschaftsdaten, dass die gesamtwirtschaftliche Aufwärtsbewegung in einen breit angelegten Aufschwung mündet. Es wird ein BIP-Wachstum von 1,8% erwartet.
Rund 60% des Produktionsvolumens der Druckindustrie besteht aus werbeabhängigen Produkten. Mit der konjunkturellen Entwicklung der Gesamtwirtschaft wird der prozyklische Werbemarkt leicht anziehen. Der ZAW erwartet für dieses Jahr ein Plus von 2,0% bei den Investitionen in Werbung. Davon sollte auch die Druckbranche Maße profitieren können. Printmedien könnten künftig auf steigende Werbeerträge setzen, die Talsohle sei erreicht, kommentierte Andreas Schubert, Präsident des ZAV Entwicklung im Markt. Ein wichtiger Schwerpunkt des Bundesverbandes Druck und Medien ist daher, sich für Rahmenbedingungen einzusetzen, die die Werbewirtschaft nicht unsachgemäß beschränken. Dazu gehört die Interessenvertretung im Hinblick auf die Pläne zur Datenschutzreform sowie gegen drohende restriktive Werbe-Vorgaben für die Branchen Lebensmittel und alkoholische Getränke.
Die strukturellen Veränderungen der Branche wird dies indessen nicht aufhalten. Es ist weiterhin mit einer Abnahme der Zahl von Unternehmen und einer Reduzierung von Arbeitsplätzen zu rechnen, bis die Produktionskapazitäten der Nachfrage entsprechen. Eine Chance liegt für viele Druckereien nach wie vor in der Spezialisierung und der Erweiterung des Dienstleistungsportfolios, insbesondere im Datenhandling und einem Multi-Channel-Angebot. Hochleistungsfähige, klar und unverwechselbar positionierte Druckunternehmen werden auch weiterhin erfolgreich am Markt sein.
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