bvdm - Bundesverbandes Druck und Medien
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Drucker
Aufgaben und Tätigkeiten: Neue Technologien verändern den Druckprozess permanent. Drucker müssen deshalb den Umgang mit leistungsfähigen Maschinen beherrschen. Elektronik und digitale Technik macht die Arbeit des Druckers heute einfacher und schneller. Was früher mehrere Produktionsstufen umfasste, geht heute in Sekundenschnelle. Drucker richten die Druckmaschine ein und steuern den Druckprozess. Dafür legen sie die notwendigen Arbeitsschritte fest, wählen die Materialien aus, planen ihre Arbeit und führen vielfältige Mess- und Prüftätigkeiten durch. Am Steuerpult überwacht der Drucker den laufenden Druckprozess. Papierlauf und Druckfarben müssen fein justiert und die Ergebnis permanent überwacht werden. Hier ist Augenmaß und Genauigkeit gefragt.
Spezialisierung: In der Ausbildung kann zwischen den Fachrichtungen Flachdruck, Hochdruck, Tiefdruck und Digitaldruck gewählt werden. Denn genauso individuell und vielfältig wie Druckprodukte sind auch die Druckverfahren:
Tiefdruck
Jumbos mit Zylinder: Hier stehen die Giganten unter den Druckanlagen. Jeder hat ein Tiefdruckprodukt schon einmal in den Händen gehalten. Versandhauskataloge und Zeitschriften in Millionenauflagen werden mit Geschwindigkeiten von -15 Meter pro -Sekunde und Bahnbreiten von 3,5 Metern gedruckt. Auch die Tapetendrucke für die Wand oder das Holzdekor im Partyraum sind typische Jobs für die Jumbos.
Technik: Beim Tiefdruck liegen die druckenden Teile vertieft auf schweren verkupferten und verchromten Druckformzylindern. Die Vertiefungen werden mit Farbe gefüllt. Der Zylinder rotiert und bringt die Farbe direkt aufs Papier.
Flachdruck
Masse mit Klasse: Auch Offsetdruck genannt. Wird am häufigsten eingesetzt. Das Prinzip: Die druckenden und nicht druckenden Stellen liegen auf einer Ebene. Die druckenden Flächen sind so beschaffen, dass sie Farbe aufnehmen. Die nicht druckenden Stellen nehmen keine Farbe an.
Als Bogen oder von der Rolle? Man unterscheidet Bogen- und Rollenoffsetdruck. Beim Bogenoffset wird das Papier als Bogen in die Druckmaschine eingeführt, beim Rollenoffset wird von einer großen Papierrolle gedruckt. Den Unterschied macht die Auflage. Im Bogenoffset werden Broschüren, Zeitschriften, Briefbögen in kleineren und mittleren Auflagen hergestellt. Außerdem Etiketten und Verpackungsdrucke. Im Rollenoffsetdruck entstehen unter rasanter Druckgeschwindigkeit hochauflagige und seitenstarke Druckprodukte wie Kataloge, Zeitungen und Zeitschriften.
Hochdruck
Flexibel gedruckt: Er ist das älteste industrielle Druckverfahren. Aktuell ist ein Spezialverfahren des Hochdrucks: der Flexodruck. Die Tragetasche aus der Boutique, die Milchtüte und das Etikett – der Handel setzt bei Verpackungen auf High-Quality mit Flexodruck.
Die hohe Kunst des Druckens: Der Hochdruck funktioniert wie ein Stempel. Die erhöhten Teile einer Druckform werden mit Druckfarbe eingefärbt und gegen den Bedruckstoff gepresst.
Digitaldruck
Print auf Knopfdruck: Im Direkt-Marketing ist er unschlagbar und auch die personalisierte Geschäftspost für Frau Müller und Herrn Schmidt ist kein Problem mehr. Der Digitaldruck macht Mini-Auflagen und Einzeldrucke möglich. Vom Computer direkt in den Druck, das ist das Prinzip: Bücherdruck auf Bestellung, den persönlichen Prospekt für den Autokauf mit den Lieblingsbezügen, der Spezial-Metallic-Lackierung und Sonderzubehör – der Digitaldruck schafft es!
Siebdruck
Ausgesiebt heißt ausgedruckt: Beim Siebdruck wird durch ein Sieb gedruckt. Mit einem Rakel wird die Druckfarbe an den offenen Siebstellen hindurch auf den Bedruckstoff gepresst. Der Farbauftrag beim Siebdruck kann fünf- bis zehnmal so dick sein wie bei anderen Druckverfahren. Er eignet sich daher besonders für hochwertige Werbedrucke, Schilder und Plakate.
Durch die Wahl der Fachrichtung ist die Qualifizierung produkt- und produktionsspezifisch auf verschiedene Arbeitsgebiete abgestimmt:
Flachdruck
Drucken von mehrfarbigen Akzidenz-, Werbedruckprodukten, Zeitungen, Zeitschriften oder Verpackungsmaterialien. Einrichten und Bedienen von Bogen- oder Rollenoffsetmaschinen. Steuern des Druckprozesses.
Hochdruck
Drucken von Verpackungsmaterialien und Folien, vorrangig im Flexodruck, aber auch von Etiketten oder Formularen. Einrichten und Bedienen von Hochdruckmaschinen. Steuern des Druckprozesses.
Tiefdruck
Drucken von Zeitschriften, Katalogen, Tapeten oder Verpackungsmaterialien. Einrichten und Bedienen von Rollentiefdruckmaschinen an Leitständen. Steuern der Inlineproduktion.
Digitaldruck
Drucken von Akzidenzen, personalisierten Drucksachen oder Mailings. Datenaufbereitung zu Druckjobs. Einrichten und Bedienen von Digitaldruckmaschinen. Steuern des Druckprozesses.
Anforderungen: Zur Bedienung von Druckmaschinen sind technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und gutes Reaktionsvermögen erforderlich. Sehr gutes Farbsehen ist Grundvoraussetzung. Der Beruf wird im Stehen bei häufigem Standortwechsel ausgeübt. Jeder Druckauftrag erfordert individuelles Handeln und damit Flexibilität für neue Aufgaben.

Interesse geweckt? Dann lohnt sich auch ein Besuch bei www.drucker-werden.de.
Infoschrift zu den Ausbildungs-
berufen Drucker und Siebdrucker
(Art.-Nr. 84516). Erhältlich bei
den Druck- und Medienverbänden.
Die Medienberufe: Print&Digital:
Das Video informiert über
Aus- und Weiterbildung
Unter www.drucker-werden finden Sie umfangreiche Infos zum Ausbildungsberuf.
Bundesbester Tiefdrucker Philipp Möhwald von CCL Label Meerane in Sachsen ist Super-Azubi 2009.
Bundesbester Offsetdrucker Philipp Oswald von Mohn Media Print im nordrheinwestfälischen Gütersloh ist Super-Azubi 2009.