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Klimainitiative
Dienstag, 12. Januar 2010
bvdm-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer: „Chancen zur Profilierung von Print nutzen!“
Hohe Anforderung an Betriebe und Verbände in 2010 – bvdm greift richtungweisende Strategie- und Technologie-Themen auf
Der bvdm mit (von links) Torben Thorn (Umwelt), Frank Dieckhoff (digicom), Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer, Gabi Schermuly-Wunderlich (Presse) und Tanja Mett-Bialas (Klimainitiative) stellten im Fachpressegespräch die Leitthemen 2010 des Verbandes vor.

Was kommt nach dem Krisenjahr 2009? Stagnation, langsamer Aufschwung, die Umstrukturierung einer ganzen Branche? „Die Aufgaben für die Betriebe und unsere Verbände sind gewaltig. Wir packen sie an und bieten Lösungen an, die unseren Mitgliedsbetrieben Vorsprünge sichern,“ sagte Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien zur Jahresfachpressekonferenz am 12. Januar in Wiesbaden.

Auf fast allen Ebenen der Betriebsführung und der Verbandsarbeit stehen die Zeichen Anfang des neuen Jahrzehnts auf Neuausrichtung. Die wirtschaftlichen und anhaltenden strukturellen Umbrüche in der Branche erfordern besonders flexible Betriebe und besonders einen starken Spitzenverband, der die Leitthemen aufgreift“, so Mayer bei der Vorstellung des Jahresprogramms des bvdm.

Der Status quo zeigt die Herausforderungen: Onlinemedien nehmen Druckmedien weiter Marktanteile ab, der internationale Wettbewerb wird härter, der Umwelt- und Klimaschutz wird – ob freiwillig praktiziert oder staatlich auferlegt – immer mehr zum Pflichtthema in den Unternehmen. Betriebe suchen nach kürzeren, schnelleren, sicheren Produktionsmethoden und nach neuen Wegen zu ihren Kunden; und dies technisch ausgereift und wirtschaftlich hocheffizient.

Zu all diesen Themen – von der Technik, bis zur Betriebswirtschaft, den arbeits- und sozialrechtlichen Belangen, dem Aufbau von Fachkräfte-Know-how und dem Umweltschutz – hat der Bundesverband Druck und Medien daher für 2010 ein umfangreiches Arbeitsprogramm zusammengestellt. Einige Schwerpunktthemen stellte der bvdm in der Konferenz vor:


Thema Offsetdruck und Veredlung: Der Trend zur Inline-Veredlung hält an. Über die Hälfte aller Bogenoffsetdruck-maschinen wird heutzutage mit Lackierwerken ausgeliefert. Der bvdm gibt bei der fogra ein Forschungsprojekt zu Abnahmerichtlinien für Lackierwerke in Auftrag. Diese allgemein anerkannten Abnahmekriterien sollen Betrieben als Vertragsgrundlage für den Maschinenkauf dienen und die Funktionsfähigkeit der Lackierwerke im Zusammenspiel mit den übrigen Maschinenbestandteilen sicherstellen, schilderte Dipl. Ing. Frank Dieckhoff die Arbeit der Abteilung Technik und Forschung.


Beispiel Softprooflösungen an der Druckmaschine:
Softprooflösungen werden zunehmend in der Produktion bis zum Auflagedruck eingesetzt. Eine Ablösung des Hardcopy-Proofs durch Softprooflösungen (Monitorproof) wird in den nächsten vier bis acht Jahren stattfinden und neue Einsparpotenziale erschließen. Eine in 2010 begonnene Studie des bvdm eruiert Einsatzmöglichkeiten, Anforderungen zur technischen und rechtlich einwandfreien Realisierung und bietet Anwendern Handlungsanleitungen, auch zum Zusatznutzen für den Kunden.

Neu präsentierte der bvdm zur Pressekonferenz den Medienstandard Druck. Eingearbeitet in den Standard wurden die neuen Charakterisierungsdaten und Profile für den Illustrationstiefdruck sowie den Offsetdruck. Er steht unter www.bvdm-online.de zum Download zur Verfügung.


Neue Zusammenarbeit mit dem ALR
Large Format Printing ist ein Wachstumsmarkt. Hier bündelt und stärkt der bvdm sein Engagement durch eine Kooperation mit dem ALR, dem Verband professioneller Bilddienstleister. Dieser wird mit Beginn des neuen Jahres seinen Verbandssitz nach Wiesbaden, in das Haus des bvdm verlegen. Als Geschäftsführer wird Frank Dieckhoff bestellt, der auch die Geschäfte der Interessengemeinschaft Digitaldruck – digicom – führt. Im Rahmen dieser Kooperation zwischen dem bvdm mit digicom und ALR sollen künftig gemeinsam neue Themen im Bereich des großformatigen Digitaldrucks aufgegriffen  werden. Geplant ist auch die Bildung einer Fachgruppe für den Großformatdruck und sogenannte „FineArt“.


Fespa Compass-Sessions bieten Orientierung
Mit den Compass-Sessions zur FESPA in München (22. bis 26. Juni 2010) greifen der Verband und die Bundesinnung für das Siebdrucker Handwerk auch die wichtigsten Entwicklungen im großformatigen Digitaldruck und Siebdruck auf. Diese geben an vier Tagen (23. bis 26. Juni 2010) jeweils von 9 bis 11 Uhr zum Beginn des Messetages Orientierung zu künftigen Märkten, Technologien, Materialien und Umweltthemen.


Print – eine grüne Industrie
„Der bvdm-Klimarechner hat sich binnen eines Jahres zum Marktführer in der Branche entwickelt“, so Projektmanagerin Tanja Mett-Bialas. Mittlerweile setzen über 140 groß- und mittelständische Betriebe der Branche auf die Software zur Berechnung der CO2 -Emissionen eines Druckauftrages und nutzen die Kompensationsmöglichkeiten. Mit dem CO2-Rechner der Druck- und Medienverbände lassen sich Druckaufträge sowohl im Bogenoffset-, Rollenoffset- und im Zeitungsoffset- sowie im Digitaldruck und in Kürze auch im Tiefdruckverfahren CO2-bilanzieren. Bei Bedarf können Nutzer diese auch direkt aus dem web-basierten Rechen-Tool heraus kompensieren. Das bedeutet, die entstandene CO2-Menge wird global wieder neutralisiert.

Bislang exklusive nur für Mitglieder der Druck- und Medienverbände, wird die Klimainitiative mit dem CO2-Rechner ab sofort auch für Nicht-Mitglieder zugänglich gemacht. Ansprechpartner sind die regionalen Verbände Druck und Medien. Hintergrund hierfür ist das Bestreben einen Branchenstandard mit vergleichbaren Rechenschritten, Werten und Ergebnissen zu entwickeln und zu nutzen. Hierbei ist der bvdm auch auf internationaler Ebene tätig: Bestrebungen zur Entwicklung einer ISO-Norm werden forciert, bei denen der bvdm als Experte mit seinem hervorragenden wissenschaftlich geprüften und anerkannten Modell zur CO2-Berechnung von Druckaufträgen mitwirkt.

Neue Aufgaben für den Verband und die Betriebe schafft auch Reach (REACH = Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals). Druckereien haben nach der EU-Verordnung Informations- und Meldepflichten und müssen Maßnahmen zur Risikominimierung bei der Anwendung der Stoffe ergreifen. Außerdem dürfen Stoffe, die bei der Registrierung für ein Anwendungsgebiet nicht deklariert worden sind, dort nicht eingesetzt werden. Der bvdm erarbeitet gemeinsam mit anderen Partnerverbänden und Institutionen Expositionsszenarien für Druckereichemikalien in verschiedenen Druckverfahren. „Damit wird unseren Mitgliedsbetrieben ein gewaltiger Aufwand erspart,“ berichtete Dipl.-Ing. Torben Thorn, Umweltschutz-Experte im bvdm.


Neue Publikationen und Kongresse des bvdm
Technische Orientierung und zukunftsweisende Märkte will der bvdm auch mit seinen Veranstaltungen und Fachkongressen aufzeigen. Leitcharakter für das Publishing der Zukunft soll das 1. Forum Media Publishing am 24. März in Frankfurt haben. Die Wiederverwertung von Inhalten ist im Publishing eine wichtige Anforderung. Dies gilt für Zeitungen-, Zeitschriften- und Buchverlage, die neben den künftig weiter dominanten Printprodukten über eBook und Mobil-Anwendungen nachdenken. Dasselbe gilt für Industriekunden, die alle Medienkanäle mit ihren Werbemaßnahmen bedienen wollen.

Der Kongress zeigt Druckdienstleistern auf, wie sie für ihre Kunden aus Verlagen und Industrie XML-basierte Publishing-Workflows aufbauen. Welche Anforderungen werden von Verlagsseite aus formuliert, welche Publishing-Lösungen bieten Druck- und Mediendienstleister ihren Kunden an, und wie generieren sie daraus Geschäftsfelder über das Drucken hinaus? Qualitätssicherungstools, Crossmedia-Publishing mit Indesign sowie Mobilmedia-Marketing oder Digital Content Distribution sind nur einige Beispielthemen des 1. Forums Media Publishings im Messeturm Frankfurt/Main.

Die Themen ePrint und Web-to Print greift der Verband zum 2. ePrint-Portal-Forum am 10 und 11. Mai 2010 in Mainz auf. Vom 22. bis 24. September 2010 beleuchtet der dreitägige Print Media CONGRESS die Themen Produktion, Strategien und Veredlung. Der CONGRESS verbindet das bewährte Print Media Production Forum mit Markt- und Workflow-Themen zwischen Druck und Weiterverarbeitung. „Mit dem neuen Kongressformat wollen wir den veränderten Produktionsmethoden und den stärker schnittstellenübergreifenden Themen zwischen Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung Rechnung tragen,“ so Gabi Schermuly-Wunderlich, Pressesprecherin des bvdm. Alle drei Kongresstage können separat und je nach Schwerpunkt des Unternehmens und der Teilnehmer gebucht werden.


Kalkulation und Kostenrechnung
Außer technischen Informationen erarbeitet der bvdm in 2010 auch viele betriebswirtschaftliche Grundlagen und Hilfsmittel für die Betriebe. Dazu gehören neben den jährlichen Kosten- und Leistungsgrundlagen für Klein- und Mittelbetriebe auch neue Systematiken und Grundlagen zur Kalkulation der Leistungserstellung in der Druckvorstufe, eine Systematik zur Digitaldruckkalkulation, sowie einen digitalen Kosten- und Leistungskatalog Druckindustrie. Dieser enthält Platzkostenrechnungen und durchschnittliche Leistungstabellen für verschiedene Maschinen und Arbeitsplätze.

„Mit unseren Themen sind wir gut aufgestellt für die Herausforderungen des kommenden Jahres“, resümiert bvdm-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer. Er appellierte an die Druck- und Medienunternehmen sich auch in Zukunft in den Druck- und Medienverbänden zu engagieren. „Einzelkämpfertum bringt niemanden langfristig voran. Gemeinsam geht es uns um die langfristige Stärkung des Gedruckten in den Informations- und Kommunikationsmärkten der Zukunft.“ (bvdm)

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