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Donnerstag, 19. Februar 2009
Lohnerhöhungen schwächen in der Rezession die Betriebe und gefährden Arbeitsplätze

Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) bezeichnet die ver.di-Forderung nach 5 Prozent Lohnerhöhung für die Druckindustrie als vollkommen unrealistisch. Solche Vorstellungen wecken nur falsche Erwartungen und wären für die Unternehmen der Branche nicht tragbar. „Die Rezession ist auch in der Druckindustrie angekommen und ihr weiterer Verlauf ist überhaupt nicht absehbar", sagt Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer in Wiesbaden. Anders als die Gesamtindustrie habe sich die Branche noch nicht einmal von der letzten Rezession im Jahr 2001 richtig erholen können und erhalte nun erneut einen Tiefschlag. Durch eine kluge Lohnpolitik der letzten beiden Jahre sei die Entlassungswelle gestoppt worden und dürfe nun nicht durch unangemessene Tariflohnerhöhungen wieder in Gang gesetzt werden. Für die nächsten Monate sei eine Lohnerhöhungspause erforderlich, bis die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage wieder einschätzbar sei, so Mayer.

In den vergangenen beiden Jahren mit einer unterdurchschnittlichen Umsatzentwicklung konnten die Mitarbeiter leichte Reallohnzuwächse verzeichnen. Die Umsätze der Druckindustrie stiegen in diesem Zeitraum um 4,5 Prozent, die Lebenshaltungskosten um 4,8 Prozent, die Tariflöhne aber um 5,1 Prozent. Während die Produktion der Gesamtindustrie bis 2008 gegenüber dem Jahr 2000 um mehr als 23 Prozent zulegte, sank sie in der Druckindustrie um 0,3 Prozent im gleichen Zeitraum. Auch die von ver.di geforderte Ankurbelung der Binnennachfrage und des Konsums sei keine Aufgabe der Unternehmen, die zurzeit über keinen Verteilungsspielraum verfügen, sondern ausschließlich Angelegenheit der staatlichen Wirtschaftspolitik. Angesicht der großen Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Tarifvertragsparteien rechnet Mayer mit schwierigen Verhand¬lungen.

Die Druckindustrie beschäftigt knapp 175.000 Arbeitnehmer und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von etwa 24 Milliarden Euro. Für 2009 wird mit einem Umsatzrückgang um 2 bis 3 Prozent gerechnet. Belastend für die Druckunternehmen ist der Umstand, dass die Kosten für Material und Rohstoffe steigen, während die Preise für Druckleistungen seit Jahren gesunken sind. Besonders Unternehmen, die Produkte in hohen Auflagen produzieren, wie Rollen- und Tiefdruckbetriebe, stehen unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Aber auch die Zeitungsbetriebe haben weiter mit fallenden Anzeigenvolumina und sinkenden Auflagen zu kämpfen. (bvdm)

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